Narrensicher

Es gehört schon ein gewaltiges Maß an Mut dazu, so wichtige Anlässe wie den Valentinstag zu ignorieren. Bunt ist der Strauß der Ausreden, der dann auf den Tisch kommt: Für die einen hat der Tag keine überregionale Bedeutung, andere haben sich vor zig Jahren mal die Finger mit Printwerbung verbrannt und wieder andere befürchten, vom Zorn der Gläubigen getroffen zu werden, wenn sie am kommenden Aschermittwoch eine festliche Auslage präsentieren, die den Kunden Lust auf Edelsteine und Schmuck machen soll.

Und dann gibt es noch die Ansicht, dass man als Juwelier am Valentinstag ja sowieso keinen Blumentopf gewinnen könne, da fast nur günstige Standardgeschenke auf den Tisch kämen – Blumen, Pralinen und Parfüm lassen grüßen. Nun ja, das ist auch eine Ansicht; und zwar eine, die sich selbst erfüllt. Denn je weniger unsere Branche an den Valentinstag als Umsatzbringer glaubt, umso mehr potenzielle Kunden werden sich dann auch tatsächlich abwenden. Das ist der berühmt-berüchtigte Teufelskreislauf, in dem sich viele Kollegen landauf, landab verrennen, und irgendwann ganz aufgeben. Sich dann hinter den eingangs erwähnten Schwierigkeiten zu verstecken, ist dann ziemlich einfach: Es passt dann tatsächlich zu den Tatsachen, und so gehen die Umsätze flöten. Doch es gibt auch viele, die es anders machen, genau das Gegenteil vom Jammern und Abwarten praktizieren: Innovative Juweliere, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Bei denen attraktiv dekorierte Schaufenster Hand in Hand mit entsprechenden Angeboten gehen. Und das Ganze wird dann nicht nur Offline, sondern auch Online kommuniziert. Wer so aufgestellt ist, bei dem kann eigentlich mittelfristig gesehen gar nichts mehr schief gehen. Doch ganz gleich, ob der Valentinstag nun auf Aschermittwoch oder irgendeinen anderen Tag im Karneval fällt: Für unsere Branche ist er so oder so nur eines: ein narrensicheres Geschäft!