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Bei Juwelier Ritter/34560 Fritzlar, gibt es den Schmuck etwa auch Online. „Wer kann, versucht sich durch die Zeit der Geschäftsschließung mit neuen Ideen zu manövrieren“, sagt Susanne Ritter-Ricks. Sie betreibt seit einiger Zeit einen eigenen Online-Shop, bei dem Schmuck bestellt werden kann. Auch sie befürchtet, dass sie ihr Geschäft nach der Krise ganz aufgeben muss. Ihr Appell: Kunden sollten im Internet auch bei den Geschäften aus der Region bestellen. „Nutzt doch unsere Onlinebestellmöglichkeiten, sonst gibt es nach der Krise keinen örtlichen Einzelhandel mehr“, sagt die Kollegin. Sie fürchtet, dass durch die Coronakrise der Internethandel noch mehr gestärkt wird – und die Einzelhändler noch mehr geschwächt. Einige Postboten hätten ihr berichtet, dass der Versandhandel derzeit überdurchschnittlich frequentiert werde. „Die Leute bestellen wie verrückt“, sagt sie.
 
Juwelier Thomas Witt/17235 Neustrelitz, der sein Geschäft auf der Neustrelitzer Einkaufsmeile dicht machen musste, hat seine fünf Mitarbeiter nach Haus geschickt und für sie Kurzarbeitergeld beantragt. Kunden, die noch Aufträge abholen möchten, sollen vorher anrufen. Zudem will Thomas Witt seinen Reparaturservice und die Trauringe-Beratung nicht vollends zum Erliegen kommen lassen. An zwei Tagen in der Woche wird er dafür das Geschäft für wenige Stunden offen halten, und für Einzelabfertigung beziehungsweise -beratung sorgen. Die von der Bundesregierung angekündigten Hilfen sieht er eher skeptisch. „Was hilft uns ein Kredit, den müssen wir ja auch wieder abbezahlen“, sagt er. Sinnvoller wäre es, Steuerzahlungen auszusetzen. An die Stadt Neustrelitz richtet er den Rat, dem Beispiel von Bad Doberan zu folgen. „Dort hat der Bürgermeister Hilfe für die Gewerbetreibenden angekündigt. Ihnen wird die Gewerbesteuer bis Ende des Jahres erlassen“, sagt er.
 
Juwelier Fritz Koch/82515 Wolfratshausen traf die Ausgangsbeschränkung in Bayern völlig unvorbereitet. Kurz zuvor berichtete Koch, dass er und seine fünf Mitarbeiter weiterhin jeden Tag in der Goldschmiede- und Uhrmacherwerkstatt arbeiten. Das Juweliergeschäft war zu der Zeit zwar bereits geschlossen. Trotzdem konnten Kunden – nach vereinbarten Einzelterminen – weiterhin ins Geschäft kommen, um Uhrenreparaturen oder individuelle Schmuckstücke in Auftrag zu geben. Mit der Ausgangsbeschränkung schaut plötzlich alles anders aus: „Mein Laden bleibt ab sofort komplett geschlossen“, sagt der Kollege. Soeben habe er gemeinsam mit seiner Frau entschieden, „alle Mitarbeiter für zwei Wochen nach Hause zu schicken“. Wie es danach weitergehen soll? Der Juwelier nimmt’s einigermaßen gelassen: „Wir warten ab. Was anderes bleibt uns sowieso nicht übrig.“ Koch selbst wird vorerst weiterhin jeden Tag in der Werkstatt sein, „solange halt Arbeit da ist“.
 
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