Kunst und Verbrechen


Bei einem spektakulären Einbruch konnten 2017 drei Männer in das Berliner Bode-Museum einsteigen, das Glas mit einer Axt zerstören und die Münze abtransportieren. Anfang dieses Jahres wurden die Täter verurteilt, von der Münze fehlt bisher jede Spur. Allein ihr Materialwert wurde auf vier Millionen Euro geschätzt. Mit großer Sicherheit wurde sie eingeschmolzen und verkauft. Auch der Einbruch ins Grüne Gewölbe in Dresden, bei dem Juwelen für Milionen gestohlen wurden, findet Beachtung. Die Beispiele stehen für einen symptomatischen Wandel des Kunstmarkts, so Koldehoff und Timm, die diesen seit Jahren hinsichtlich von Kriminalfällen untersuchen. Das Ziel des Buchs ist es, den Mythos des Kunstverbrechers zu entromantisieren und nach den Hintergründen zu fragen: "Der geheimnisvolle unbekannte Millionär, der Kunstdiebstähle in Auftrag gibt, um die Werke im geheimen Keller anzuschauen", existiere so nicht. Abgesehen davon scheint es heute fast unmöglich, weltberühmte Werke einfach so auf dem offiziellen Markt zu verkaufen.

"Dieser Band konzentriert sich auf Verbrechen, die vor Augen führen, wie weit in der Kunstwelt Anspruch und Wirklichkeit oft auseinanderklaffen. Dass um das Gute, Schöne, Wahre häufig mit schmutzigen Methoden gekämpft wird", so die Autoren im Vorwort.
Stefan Koldehoff &Tobias Timm: "Kunst und Verbrechen". € 25,– / 328 Seiten. Galiani-Verlag, Berlin 2020

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