Yorxs ist pleite

Diamantbericht...Der Online-Juwelier Yorxs/München, der als aggressive Konkurrenz zu etablierten Juwelieren auftrat, ist insolvent. Die Bilanzen des einst gefeierten Unternehmens werfen Fragen auf. Unter anderem mussten Zahlen korrigiert werden. Das bestätigte ein Sprecher des eingesetzten Insolvenzverwalters Max Liebig von der Kanzlei Jaffé auf Anfrage des Handelsblatts. Demnach hat Co-Gründer Casimir Graf Maltzan, 51, bereits am 24. September beim Amtsgericht München Insolvenz für den Onlinehändler angemeldet. Das Unternehmen sowie Maltzan ließen Anfragen des Handelsblatts unbeantwortet. Es sei nur in Einzelfällen dazu gekommen, dass Kunden per Vorkasse bezahlt hatten, Yorxs aber die Diamanten nicht geliefert habe, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters.

Maltzan hatte Yorxs 2012 zusammen mit Joachim Giehl gegründet. Das Unternehmen war einst ein gefeiertes E-Commerce-Start-up und hatte in zwei Finanzierungsrunden 2013 und 2015 bei Investoren einen Millionenbetrag eingesammelt. So waren unter anderem der Hightech-Gründerfonds und der ERP-Startfonds der Förderbank KfW investiert, wie ein KfW-Sprecher auf Anfrage bestätigte. 

Yorxs warb damit, Diamanten 50 Prozent günstiger anzubieten als der Einzelhandel. Weil man sich die Filialen in Bestlage und teures Marketing spare, seien Discount-Preise für Diamanten möglich, so das Argument von Maltzan.

Kunden konnten sich aus Tausenden Edelsteinen und Dutzenden Fassungen Ringe, Ohrringe oder Anhänger konfigurieren. Zuletzt soll jedoch die veraltete Software des Onlinehändlers Probleme gemacht haben. Diese hätten sich nur durch neue Investitionen lösen lassen. Doch dazu waren die Investoren offenbar nicht bereit. Nachdem die Bestellfunktion deaktiviert worden war, blieb Maltzan nur noch der Gang zum Amtsgericht. Den zuletzt sieben Mitarbeitern soll gekündigt worden sein.

Auch finanziell lief es für Yorxs seit geraumer Zeit nicht rund, wie die im „Bundesanzeiger“ veröffentlichten Bilanzen nahelegen. Seit 2012 war das Unternehmen nicht profitabel. Für ein Start-up ist das zwar nicht ungewöhnlich. Doch die Bilanzen werfen Fragen auf. Zweimal musste Yorxs die veröffentlichten Zahlen korrigieren. Im Geschäftsjahr 2013 wies das Unternehmen zunächst einen Jahresüberschuss von rund 1,1 Millionen Euro aus. In der berichtigten Version der Bilanz taucht vor der Zahl ein Minus auf. Scheinbar ein Vorzeichenfehler – der aus einem Millionengewinn einen Millionenverlust macht.

In der Bilanz für 2016 ist auf der Aktivseite ein höherer Wert ausgewiesen als auf der Passivseite. Dabei müssen Aktiv- und Passivseite einer Bilanz immer denselben Wert haben. In der korrigierten Version der Bilanz fällt schließlich der Verlustvortrag höher aus. 

Auf der Homepage von Yorxs findet sich kein Hinweis auf die Insolvenz. Dort können Kunden nach wie vor aus zahlreichen Diamanten auswählen. Die Lieferzeit wird mit „circa zwölf Werktagen“ angegeben. Doch der Sprecher des Insolvenzverwalters versichert, dass Bestellungen nicht mehr möglich sind.

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