Ruhestand

Ernst-Walter Poser(67), Juwelier Poser/41515 Grevenbroich geht im Herbst in Ruhestand. Da er keinen Nachfolger gefunden hat, wird er die die Tür des Traditionsgeschäfts für immer schließen. Am Standort ist ein Neubau geplant.

Diamantbericht...Ernst-Walter Poser(67), Juwelier Poser/41515 Grevenbroich geht im Herbst in Ruhestand. Da er keinen Nachfolger gefunden hat, wird er die die Tür des Traditionsgeschäfts für immer schließen. Am Standort ist ein Neubau geplant.

Eine mehr als 70-jährige Tradition in der Innenstadt endet: Das Geschäft Juwelier Poser mit vier Mitarbeitern am Markt in Grevenbroich schließt für immer seine Türen, der Räumungsverkauf ist angelaufen. Ein konkreter Termin für den letzten Öffnungstag steht noch nicht fest. „Im Herbst – wir lassen uns Zeit“, sagt Ernst-Walter Poser, der 1982 das Geschäft von seinem Vater übernommen hatte. „Ich bin seit zwei Jahren in Rente, Ruhestand habe ich aber noch nicht.“ Das soll bald anders werden.

Anfang des Jahres sei die Entscheidung für die Geschäftsaufgabe gefallen, erzählt Ernst-Walter Poser. „Wir haben uns umgehört, aber einen Nachfolger konnten wir nicht finden. In der jetzigen Zeit wollen sich nur wenige selbständig machen“, sagt er. Und seine beiden Kinder seien beruflich in anderen Bereichen tätig.

Für Helga und Ernst-Walter Poser naht nicht nur der Abschied vom Geschäft. Die beiden ziehen, wie er erklärt, nächstes Jahr in die Südstadt. „Etwas traurig bin ich schon, denn ich bin 1952 in dem Haus am Markt geboren worden“, sagt der Kollege. 1948, in der Nachkriegszeit, hatte sein Vater, Uhrmacher Walter Poser, zunächst eine Werkstatt an der Kölner Straße eröffnet, später erfolgte der Umzug ins heutige Haus. In den 60er und 80er Jahren wurde das Geschäft neu gestaltet. „Früher wurden viel mehr Uhren repariert, heute werden fast nur Teile ausgetauscht“, schildert Ernst-Walter Poser, der wie sein Vater das Uhrmacher-Handwerk erlernt hat. Er sei, wie damals oft üblich, „in den Beruf des Vaters hinein gestupst worden“.

Trotz aller Veränderungen sei der Beruf nach wie vor vielseitig. „Ich habe drei Arbeitsplätze – in der Werkstatt, im Geschäft und am Schreibtisch.“ Nicht nur wenn es um den Kauf von Schmuck und Uhren geht, war und ist Poser gefragt – auch wenn nur ein Batteriewechsel ansteht, erwartet ein überaus freundliches Team die Kunden. Poser weiß, dass manche wegen der Aufgabe traurig sind, und er zeigt auf ein Papier-Herz an der Wand. „Ich liebe Poser“, hat eine junge Kundin, ein Mädchen, darauf geschrieben.

 

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