Ausgeraubt

Zahl der Ladendiebstähle gestiegen

Im Einzelhandel wurden 2018 Waren im Wert von rund 3,75 Milliarden Euro gestohlen. Trotz Videokameras, elektronischer Sicherung und Mitarbeiterschulungen. Immer öfter sind organisierte Banden am Werk. 

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Uhren Werle Schmuck, Optik/69118 Heidelberg

Bei einem vorgetäuschten Kaufinteresse bei Uhren Werle Schmuck, Optik/69118 Heidelberg-Ziegelhausen haben zwei unbekannte Männer sieben Trauringpaare gestohlen. Wie die Polizei mitteilte, betraten die beiden Männer am 04.11.2019 zwischen 10 und 11 Uhr das Geschäft in der Peterstaler Straße. Sie hätten Kaufinteresse signalisiert, weshalb die Verkäuferin ihnen Ketten aus der Schaufensterauslage zeigte und verpackte. Auf einmal hätten die beiden gesagt, sie müssten noch Geld bei der Bank abheben und verließen daraufhin das Geschäft. Am Abend stellte die Inhaberin des Juweliergeschäfts fest, dass die Trauringe aus der Schaufensterauslage entwendet wurden. Zu ihrem Glück handelte es sich dabei jedoch nicht um Echtschmuck, sondern um sogenannte Dummies im Wert von 200 Euro.

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Dieb schluckt 2-Karäter

Ein Georgier(55) liess sich beim Juwelier Pletzsch/Frankfurt am Main zwei Ringe zeigen. Er hatte die Kopie eines Ringes, sogar mit passendem Preisschild dabei und wollte den 25000 Euro-Ring mit einem 2-Karäter gegen die Nachbildung austauschen. Eine Verkäuferin bemerkte es und verriegelte die Türen. Der Dieb wollte dann den Ring schlucken, doch das ging schief: Das Stück blieb in der Speiseröhre hängen. Folgen: Not-OP und U-Haft.

Walther KG/81669 München

Zwei Männer haben sich am 08.06.2019 kurz vor 19 Uhr im einem Juweliergeschäft Max Walther KG/81669 München in der Nähe des Rosenheimer Platzes Schmuck zeigen lassen. Einer zeigte Interesse für eine 500 Euro teure Goldkette. Während die Angestellte durch das Verkaufsgespräch abgelenkt war, kümmerte sich der zweite Mann um andere Schmuckstücke, die auf der Theke ausgebreitet lagen. Er und sein Komplize rannten aus dem Laden und dem Besitzer draußen auf dem Gehweg direkt in die Arme. Dem 56-jährigen Juwelier war sofort klar, was gespielt wurde. Es gelang ihm, einen der Schmuckdiebe festzuhalten. Der zweite Mann mit der Goldkette konnte allerdings entkommen. Der Juwelier nahm den Dieb, den er am Arm gepackt hatte, mit in den Laden. Der Täter versuchte mehrmals, sich loszureißen und zu flüchten. Bei der Rangelei verletzte er den Juwelier nach Angaben der Polizei leicht. Mit Mühe konnte der Ladenbesitzer dem renitenten Dieb die Beute abnehmen. Es handelt sich um Ketten, Ringe und Anhänger im Gesamtwert von rund 3.000 Euro. Der Dieb konnte sich in einem günstigen Moment dann doch noch losreißen und davonlaufen. Eine Fahndung verlief bisher ohne Erfolg. 

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Baier/81825 München

Nach den Schüssen in der Truderinger Straße fahndet die Polizei weiter nach einem mutmaßlichen Gold-Betrüger der bei Juwelier Baier/81825 München zuschlug. Jetzt hat die betroffene Familie gesprochen. 

  • Mitten in Trudering sind am Mittwoch (27. März 2019) Schüsse gefallen.
  • Polizeibeamte in Zivil feuerten vor einem Juweliergeschäft auf flüchtende Gangster.
  • Ein mutmaßlicher Täter wurde festgenommen, ein anderer Mann ist auf der Flucht.  

Update 29. März: Wie Chinaböller habe es sich zuerst angehört, sagt Sabrina Baier (27). Die junge Frau spricht über jene Szene vom Mittwochmittag, die sie nachträglich jetzt noch zittern lässt. Diese Augenblicke, als ein Polizist vor ihrem Laden dreimal den Abzug seiner Pistole drückt. Als auch ihre Eltern, Gabriele (54) und Bernhard Baier (55), erst einmal gar nicht ganz realisieren, was da draußen grad passiert. Bis eine Frau panisch in den Laden stürmt und ruft: „Draußen wird geschossen!“ 

50 Jahre lang ist nie etwas passiert in dem Familienunternehmen der Baiers, einem Juweliergeschäft in Trudering. Bis zum Mittwoch. Als die Polizei im Geschäft Trickbetrüger stellen wollte – und die Situation eskalierte. „Vorige Woche kam ein unscheinbarer Mann“, erinnert sich Bernhard Baier. „Er hat Zahngold angeboten und gesagt, er gehört zu einer Gemeinschaftspraxis mit fünf Zahnärzten.“ Baier prüfte das Material. „Es war absolut authentisch“, sagt er. Er fand sogar Spuren von Zahnresten. 

In den nächsten Tagen kamen vermeintliche Kollegen der Praxis, brachten sechs weitere Male Metall. Vier Männer zwischen 20 und 25 Jahren waren das. Baier kaufte fast 800 Gramm für über 10.000 Euro. Als die Täter noch mehr verkaufen wollten, sagte Baier, er wolle es zuerst in der Schmelze überprüfen lassen: „Sie drängten uns, schon vorher etwas zu kaufen. Da wussten wir, dass etwas nicht stimmt.“ Und die Befürchtungen waren wahr: „Am nächsten Tag rief jemand von der Schmelze an und sagte: Das ist alles nichts wert!“ 

Kurz darauf meldeten sich die Täter erneut. Baier willigte zum Schein ein, mehr zu kaufen und rief die Polizei. Als der Gauner den Laden betrat, wartete ein Zivilpolizist drinnen, ein anderer draußen. Baier stellte den Mann zur Rede – der daraufhin eine Nummer in seinem Handy wählte. In diesem Moment quietschten draußen die Reifen. Offenbar hat er seinen Spezl draußen gewarnt. Der Polizist, der draußen stand, schoss dreimal auf das flüchtende Auto. „Der Polizist im Laden drückte den Mann gegen die Vitrine und legte ihm Handschellen an“, sagt Gabriele Baier. Der andere konnte fliehen. 

Bei Familie Baier sitzt der Schock tief. „Ich habe immer das Gefühl, dass uns einer auflauert“, sagt Gabriele. Die Polizei fand noch am selben Tag das Auto des Flüchtenden – und ist dank der DNA-Spuren zuversichtlich, den zweiten Täter zu fassen.

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