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Diamantenbetrug in Italien

Diamantbericht...Italienische Bankberater boten ihren Kunden Diamanten als Anlage mit hohem Gewinn an. Ursprünglich sollten in den Bankfilialen nur Infoprospekte ausliegen. Opfer der Affäre sind gutgläubige Sparer, darunter auch der international bekannte Rockstar Vasco Rossi, die auf eine sichere Anlage in Diamanten gehofft hatten, aber stattdessen aus Sicht der Ermittler von ihren Bankberatern systematisch über den Tisch gezogen wurden. Ans Licht gekommen war der Skandal durch einen Fernsehbericht, der die Polizei zu ersten Ermittlungen veranlasste. Es geht um Fälle zwischen 2012 und 2016.  Die italienische Finanzpolizei durchsuchte jetzt Räume von Banken wie Unicredit, Intesa Sanpaolo, Monte dei Paschi, Banco Bpm und deren Privatableger Banca Aletti in Mailand und beschlagnahmte präventiv 700 Millionen Euro. Nach Informationen der Staatsanwaltschaft sind mehr als hundert Sparer betroffen, sie hatten auf ihre Bankberater gehört und als vermeintlich sichere Anlage in Krisenzeiten Diamanten gekauft. Inzwischen ist klar geworden, dass der Wert der Diamanten künstlich aufgebläht worden war. Vermutlich sind noch weit mehr Investoren betroffen, die Ermittlungen haben gerade erst begonnen. Die Diamanten wurden von den beiden Firmen Intermarket Diamond Business (Idb) und Diamond Private Investment (Dpi) angeboten, gegen die ebenfalls ermittelt wird. Als Idb Anfang des Jahres pleiteging, wurden nach Medienberichten belastende Dokumente gefunden. Im vergangenen März hatte Idb-Chef Claudio Giacobazzi Selbstmord begangen. Seitdem untersuchte auch die italienische Börsenaufsicht Consob den Fall. Die Finanzpolizei hat ermittelt, dass die Filialleiter und die Berater Kunden, „die sie seit Jahren kannten und die ihnen vertrauten“, aktiv die Investition in Diamanten als sichere Anlage anpriesen mit betrügerischer Absicht. Ihnen wurde eine jährliche Rendite von drei bis vier Prozent des Kapitals versprochen – also mehr, als eine Staatsanleihe abwirft. Und die Bankberater bekamen eine Gegenleistung. Die Diamantenfirmen ihrerseits hätten Millionen in Bankaktien investiert, was wiederum den Bank-Angestellten zu Prämien verholfen hatte.

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