Wempe zahlt Lösegeld

Diamantbericht...Wempe ist Opfer einer Cyber-Erpressung geworden. „Eine Gruppe professioneller Täter blockierte unser Computersystem mit einer speziellen Software. Durch diese Erpressungssoftware (sogenannte Ransomware) waren die Server verschlüsselt. Das war eine Geiselnahme unserer Datenauf unseren eigenen Servern“, sagte Sprecherin Nadja Weisweiler. Der Vorfall ereignete sich bereits am 24.06.2019. Auf den Servern hatten die Erpresser eine Nachricht und eine Email-Adresse zur Kontaktaufnahme hinterlassen. Die Kriminellen forderten Lösegeld. Als Gegenleistung sollte der 1878 gegründete Juwelier – mit Filialen in der ganzen Welt – ein Passwort erhalten, um wieder auf die eigenen Server und damit auf die verschlüsselten Daten zugreifen zu können.
„Natürlich haben wir umgehend das Landeskriminalamt (LKA) der Hamburger Polizei informiert, das dann die Ermittlungen aufgenommen hat“, sagte Sprecherin Weisweiler. Die Server seien umgehend vom Netz genommen und externe Experten für IT-Forensik und IT-Sicherheit hinzugezogen worden.
Ein Sprecher der Hamburger Polizei bestätigte: „Wir führen derzeit ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Erpressung und der Datensabotage zum Nachteil eines Hamburger Unternehmens. Nach dem bisherigen Erkenntnisstand wurden dabei die auf einem Server abgelegten Daten des Unternehmens angegriffen, verschlüsselt und Forderungen zu deren Wiederherstellung gestellt.“ Auf den Computern sind auch Tausende Kundendaten gespeichert. Aber auf diese hatten es die Täter offensichtlich nicht abgesehen: „Nach dem derzeitigen Stand der Analyse gibt es keine Hinweise auf die Entwendung der Daten unserer Kunden und Geschäftspartner“, sagte Weisweiler.
Neben dem LKA informierte Juwelier Wempe auch den Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz über die Cyber-Attacke. Der Geschäftsbetrieb in den weltweit 34 Niederlassungen ging trotz des Vorfalls weiter. Die Kassen waren von der Cyber-Erpressung nicht betroffen. Allerdings konnten keine Rechnungen ausgedruckt werden und wurden deshalb per Hand geschrieben. Lediglich bei der Wartung von Uhren komme es zu Verzögerungen, sagte Weisweiler.
Nach Abendblatt-Informationen bezahlte Juwelier Wempe schließlich ein Lösegeld an die Kriminellen und erhielt daraufhin das Passwort. 

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