Slider

Peter Brintrup/33415 Verl

Peter Brintrup/33415 Verl ist sichtlich müde. Spät ins Bett gegangen sei er, sagt der Verler Juwelier, freiwillig. Weniger freiwillig ist er jetzt seit 4.45 Uhr wieder auf den Beinen. Da ging der Alarm los in seinem Geschäft an der Gütersloher Straße. 18 Jahre lang hatte der 76-Jährige Ruhe. Am frühen Donnerstagmorgen, 29.11.18, aber schlugen die Einbrecher wieder zu. Nun schon zum vierten Mal, seit Brintrup vor 44 Jahren sein Geschäft gegründet hat. Mit zwei Gullydeckeln versuchten die Täter eine der großen Schaufensterscheiben zur Österwieher Straße hin zu zertrümmern. „Erst haben sie wohl einen großen Deckel gegen das Glas geschleudert, den sie hier an der Straße geklaut hatten, danach haben sie versucht, mit einem kleineren vom Parkplatz gegenüber das Schaufenster einzuschlagen", berichtet Brintrup. Als die Sirene der Alarmanlage ertönte, seien er und seine Frau Waltraud sofort wach gewesen. Das Ehepaar wohnt im Haus über dem Geschäft. Der Alarm läuft bei einer Sicherheitsfirma auf. Mit dem Telefon am Ohr schlich sich der 76-Jährige im Haus hinunter ins Geschäft („Ich bin da nicht so ängstlich"), um nachzusehen. Zunächst entdeckte er den Einbruchsversuch nicht. Die angegriffene Scheibe ist die letzte der Reihe, und vom Laden aus ist die Sicht darauf durch eine Innenwand versperrt. „Ich habe das für einen Fehlalarm gehalten und das auch der Polizei mitgeteilt, die anrief und bereits mit drei Fahrzeugen unterwegs war."

Es handelte sich jedoch nicht um einen Fehlalarm. Auf dem Gehweg fanden die Polizisten die beiden Gullydeckel. Zudem entdeckten sie, dass die Täter mit einem Brett die Haustür verbarrikadiert hatten, um zu verhindern, dass sie von herauseilenden Bewohnern bei der Tat erwischt würden. Erfolgreich waren die Einbrecher diesmal nicht. Die große Schaufensterscheibe entspricht dem höchsten Sicherheitsstandard und hielt stand, so dass die Täter nicht die dahinter gezeigte Ware ergreifen konnten. Brintrup ärgert sich trotzdem: „Wir hatten gerade fürs Weihnachtsgeschäft frisch dekoriert."

Die Unbekannten flohen nach ersten Erkenntnissen ungesehen vom Tatort, hinterließen jedoch einen großen Sachschaden: Auf rund 8.000 Euro zuzüglich Einbau schätzte gestern ein umgehend erschienener Vertreter der Versicherung die Kosten für die neue Schaufensterscheibe.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok