Rehn/42499 Hückeswagen

Wenn in der Nacht das Telefon bei Marcel und Anne Rehn/42499 Hückeswagen klingelt, ist das eher ein schlechtes Zeichen. So wie am 30.07.2019 gegen halb fünf – kurz zuvor war in ihr Geschäft im Island eingebrochen worden. Anwohner der Islandstraße hatten das Ehepaar über den Einbruch informiert. Nach zwei gescheiterten Versuchen Mitte Juli 2016 und im Dezember vorigen Jahres beschränkt sich der Schaden dieses Mal jedoch nicht nur auf zersplitterte Schaufensterscheiben und eine kaputte Eingangstür. Vielmehr hat der Täter Goldschmuck und eine Perlenkette im Verkaufswert von 9000 Euro mitgenommen. Die Fahndung der Polizei nach ihm läuft. „Da war eine gewisse kriminelle Energie im Spiel“, sagt Marcel Rehn im Gespräch mit unserer Redaktion und blickt auf den immensen Schaden, den der Einbruch auch neben dem entwendeten Schmuck verursacht hat. Die Eingangstür, deren Rahmen, ein Schaufenster und ein rückwärtiges Fenster weisen eindeutige Einbruchsspuren auf. Wahrscheinlich hatte der Einbrecher zunächst versucht, die Eingangstür des Geschäfts aufzuhebeln – davon zeugen die Hebelspuren am Rahmen. Offenbar wollte er auch das Glas der Tür und des daneben angebrachten Schaufensters mit einem schweren Hammer einzuschlagen, was jedoch misslang. Anschließend ist er von hinten an den Laden herangekommen. „Dafür muss er Ortskenntnisse gehabt haben“, ist sich der Goldschmied sicher. Denn so ohne Weiteres gelangt man nicht in den Innenhof. Das geht nur durch die Gärten der Altstadt zwischen der Bongard- und der Islandstraße. Dafür hatte der Täter anscheinend einen großen Umweg genommen. Vom Innenhof aus, der maximal drei Meter tief ist und an einer hohen Betonmauer endet, muss der Täter dann gegen 4.30 Uhr mit dem Hammer zunächst auf die Scheibe eines der beiden Fenster eingeschlagen haben. Da das aber wie die Schaufenster und das der Tür aus Panzerglas besteht, ist das nicht so einfach zu zertrümmern. Irgendwann muss er aber einen solchen Schaden angerichtet haben, dass sich ein kleines Loch auftat. Dadurch steckte der Einbrecher ein Spezialwerkzeug, das aussieht wie ein dicker, langer Nagel. „Damit hat er den Fenstergriff verschieben können“, berichtet Rehn. So konnte er das Fenster öffnen und ins Innere des Goldschmiedegeschäfts einsteigen. Zuvor hatte er aber noch den Bewegungsmelder aus seiner Halterung gerissen. Doch sobald das Fenster sich öffnete, sprang die Alarmanlage an. Davon wurden offenbar mehrere Anwohner wach. Im Haus gegenüber des Geschäfts sah eine Bewohnerin, wie der Einbrecher im Schaufenster mehrere Schmuckstücke zusammenraffte. Als er wieder aus dem rückwärtigen Fenster stieg und auf seiner Flucht über eine Mülltonne die hohe Mauer erklomm, wurde er von einen Anwohner aus dem benachbarten Haus mit einer Taschenlampe ins Gesicht geleuchtet. „Er war vermummt, trug eine Kappe und ein vor den Mund gebundenes Tuch“, erzählte der Nachbar, der wie seine Frau einige Minuten vorher durch „zwei dumpfe Geräusche“ wach geworden war. Nachdem der Täter in Richtung des aufgeschreckten Anwohners geschaut hatte, verschwand er durch die Gärten in Richtung Bongardstraße. Sein Einbruchswerkzeug – den Hammer und den langen Nagel – hatte er am Tatort zurückgelassen. Eine Polizeistreife war gegen 4.45 Uhr gekommen und hatte den Einbruch samt Schaden aufgenommen, die Spurensicherung sollte im Laufe das Tages kommen. Allerdings hatte es in der Nacht zu Dienstag fünf Einbrüche gegeben, vier davon in Wipperfürth. „Wir waren der letzte“, sagte Anne Rehn. Ob der Einbruch im Goldschmiedegeschäft mit denen in der Hansestadt in Verbindung steht, konnte Polizeisprecher Michael Tietze auf Anfrage nicht sagen.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok