Vogel/95615 Marktredwitz

Es muss alles rasend schnell gegangen sein: Mitten im Berufsverkehr am 25.06.2019 zwischen 7.15 und 7.25 Uhr hat ein Einbrecher versucht, die Schaufensterscheibe des Juwelier- und Optikergeschäfts Vogel/95615 Marktredwitz in der Ottostraße einzuschlagen. "Den Schaden nach zu urteilen, muss er einen Vorschlaghammer verwendet haben", sagt Geschäftsinhaber Helmut Krämer. Eine Frau, die in dem Haus wohnt, hat den Schaden bemerkt. Da sich eine weitere Frau meldete und sagte, dass sie um 7.15 Uhr an dem Geschäft vorbeigelaufen und zu der Zeit das Schaufenster noch in Ordnung gewesen sei, konnte die Polizei den Tatzeitpunkt exakt eingrenzen. Der Täter hat einen Schaden in Höhe von etwa 10.000 Euro verursacht, aber nichts gestohlen. Wenigstens über Letzteres freut sich Krämer, der sein Fachgeschäft schließen will und seit längerer Zeit den Ausverkauf betreibt. Dennoch hat er noch genügend Ware im Laden - auch wertvolle. Und auf die hat es der Täter offenbar abgesehen gehabt. "Genau hinter der Stelle, an der der Einbrecher in den Verkaufsraum wollte, lagern der Goldschmuck und Brillantcolliers." Krämer ist ein "gebranntes Kind". Vor dem Umbau der Geschäftsräume im Jahr 1999 musste er drei Einbrüche verkraften. "Wir haben uns von der Kriminalpolizei in Hof beraten lassen und anschließend die beste Sicherheitstechnik installiert." Offenbar mit Erfolg. So ist die Schaufensterscheibe etwa einen Zentimeter dick und besteht aus mehreren mit Folien verbundenen Schichten. Dadurch ist es so gut wie nicht möglich, ein Loch in das Glas zu schlagen. "Die Scheibe lässt sich auch nicht aus dem Rahmen lösen, da sie mit einer Spezialtechnik fest verankert ist."
Wer nach der Geschäftszeit bei Optik Vogel einbrechen will, der hat schlechte Karten. Denn selbst wenn ein Täter die mehrfach gesicherte Türe aufbekommen würde, blieb er nicht lange unentdeckt. "Wir haben in den Räumen eine Dreifach-Absicherung. Sensoren registrieren menschliche Wärme, Krach und Bewegung. Kommen zwei der Komponenten zusammen, springt die Alarmanlage an."
Der Juwelier und Optiker schätzt, dass es sich bei dem Täter um einen "Halbprofi" gehandelt haben muss. Die Dreistigkeit, im Berufsverkehr an einer der belebtesten Ecken der Stadt mit einem Vorschlaghammer aufzukreuzen, spreche für einen Profi. "Allerdings hat er nicht erkannt, dass es sich um ein Hochsicherheitsglas handelt. Das wiederum zeigt mir, dass er dann doch kein so großer Kenner der Szene war." Obwohl Krämer das Geschäft wahrscheinlich in absehbarer Zeit schließen wird, muss er eine neue Schaufensterscheibe einbauen lassen. Bereits am Mittwoch hatte er ein Gespräch mit einen Experten, derartige Scheiben maßgefertigt..
Noch einen Einbruch will Krämer nicht miterleben. Obwohl er gut versichert ist und einen Teil des Schadens ersetzt bekommt, kann er auf die Aufregung herzlich gerne verzichten.
Geärgert hat sich der Juwelier auch am Mittwochmorgen. Als er sein Geschäft betreten wollte, bemerkte er Blutspritzer auf dem Boden vor der Tür. "Da hat wohl einer an dem beschädigten Glas herumgemacht. Dem geschieht es recht, dass er sich geschnitten hat."

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