Slider

Baier/81825 München

Nach den Schüssen in der Truderinger Straße fahndet die Polizei weiter nach einem mutmaßlichen Gold-Betrüger der bei Juwelier Baier/81825 München zuschlug. Jetzt hat die betroffene Familie gesprochen. 

  • Mitten in Trudering sind am Mittwoch (27. März 2019) Schüsse gefallen.
  • Polizeibeamte in Zivil feuerten vor einem Juweliergeschäft auf flüchtende Gangster.
  • Ein mutmaßlicher Täter wurde festgenommen, ein anderer Mann ist auf der Flucht.  

Update 29. März: Wie Chinaböller habe es sich zuerst angehört, sagt Sabrina Baier (27). Die junge Frau spricht über jene Szene vom Mittwochmittag, die sie nachträglich jetzt noch zittern lässt. Diese Augenblicke, als ein Polizist vor ihrem Laden dreimal den Abzug seiner Pistole drückt. Als auch ihre Eltern, Gabriele (54) und Bernhard Baier (55), erst einmal gar nicht ganz realisieren, was da draußen grad passiert. Bis eine Frau panisch in den Laden stürmt und ruft: „Draußen wird geschossen!“ 

50 Jahre lang ist nie etwas passiert in dem Familienunternehmen der Baiers, einem Juweliergeschäft in Trudering. Bis zum Mittwoch. Als die Polizei im Geschäft Trickbetrüger stellen wollte – und die Situation eskalierte. „Vorige Woche kam ein unscheinbarer Mann“, erinnert sich Bernhard Baier. „Er hat Zahngold angeboten und gesagt, er gehört zu einer Gemeinschaftspraxis mit fünf Zahnärzten.“ Baier prüfte das Material. „Es war absolut authentisch“, sagt er. Er fand sogar Spuren von Zahnresten. 

In den nächsten Tagen kamen vermeintliche Kollegen der Praxis, brachten sechs weitere Male Metall. Vier Männer zwischen 20 und 25 Jahren waren das. Baier kaufte fast 800 Gramm für über 10.000 Euro. Als die Täter noch mehr verkaufen wollten, sagte Baier, er wolle es zuerst in der Schmelze überprüfen lassen: „Sie drängten uns, schon vorher etwas zu kaufen. Da wussten wir, dass etwas nicht stimmt.“ Und die Befürchtungen waren wahr: „Am nächsten Tag rief jemand von der Schmelze an und sagte: Das ist alles nichts wert!“ 

Kurz darauf meldeten sich die Täter erneut. Baier willigte zum Schein ein, mehr zu kaufen und rief die Polizei. Als der Gauner den Laden betrat, wartete ein Zivilpolizist drinnen, ein anderer draußen. Baier stellte den Mann zur Rede – der daraufhin eine Nummer in seinem Handy wählte. In diesem Moment quietschten draußen die Reifen. Offenbar hat er seinen Spezl draußen gewarnt. Der Polizist, der draußen stand, schoss dreimal auf das flüchtende Auto. „Der Polizist im Laden drückte den Mann gegen die Vitrine und legte ihm Handschellen an“, sagt Gabriele Baier. Der andere konnte fliehen. 

Bei Familie Baier sitzt der Schock tief. „Ich habe immer das Gefühl, dass uns einer auflauert“, sagt Gabriele. Die Polizei fand noch am selben Tag das Auto des Flüchtenden – und ist dank der DNA-Spuren zuversichtlich, den zweiten Täter zu fassen.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok