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Partner Georges Kern?

Wer sich noch an eine der Schlüsselszenen von Goethes Faust erinnert, in denen ein schwarzer Pudel Faust in die Werkstatt folgt, um ihm dann einen gar teuflischen Pakt vorzuschlagen, der kennt auch den berühmten Ausspruch: "Das also ist des Pudels Kern!" Nun wäre es der Ehre zu viel, Georges Kern mit dem literarischen Mephistopheles gleichzusetzen,

aber der Wesenskern seiner bisherigen Taten bei Breitling und anderen Uhrenherstellern hat ihm bestimmt schon die eine oder andere Verwünschung seitens der Kollegen eingebracht. Wie wenige andere hat sich Kern durch seine fachhandelsfeindliche Vertriebs- und Konzessionärspolitik einen unrühmlichen Namen in der Branche gemacht, der auch jüngst wieder in die Schlagzeilen geriet, als er gut 40 Konzessionären, viele von ihnen mit beachtlichen Umsätzen und einer langen Tradition der respektvollen Zusammenarbeit, innerhalb weniger Monate die Partnerschaft aufkündigte und sie quasi vor die Tür setzte. Die großen Abnehmer und nun auch noch die verstärkte Priorisierung des Online-Handels sollen es richten. Dass diese schon fast pathologisch anmutende Fixierung auf große Umsatzbringer in Top-Lagen noch einmal zum Pferdefuß für die gesamte Luxusbranche werden könnte, kam ihm im Zuge dessen wohl nicht in den Sinn. Dabei ist es doch offensichtlich, dass gerade Käufer hochpreisiger Uhren einen exzellenten Service erwarten - und zwar direkt vor Ort und nicht eine bis eineinhalb Fahrtstunden entfernt. Und ob sich jemand eine Uhr im vierstelligen Eurobereich einfach mal so, ohne sie je "live" gesehen oder anprobiert zu haben, bestellt, sei dahingestellt. Gut möglich, dass diese neue Strategie der erste Sargnagel für die immer überheblicheren Luxusmarken ist.

Herzlichst

Ihr Dipl. Kfm. Robert Brachfeld

DB-Herausgeber

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