- Kategorie: Farbedelsteine
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Gefälschter Perlenschmuck
Diamantbericht...Das Gemological Institute of America (GIA) hat kürzlich ein Paar Ohrringe untersucht, bei denen es feststellte, dass sie zwei zusammengesetzte Perlen enthielten, deren Basis jeweils deutliche Materialschichten aufwies.
Die knopfförmigen Perlen mit einem Gewicht von 7,40 und 9,37 Karat wurden kürzlich im Labor des GIA in Mumbai untersucht, um ihre genaue Identität festzustellen, wie aus einem Artikel in der Herbstausgabe der vierteljährlich erscheinenden Fachzeitschrift „Gems & Gemology” des Instituts hervorgeht.
Nach Erhalt der Ohrringe entfernte das Labor die Perlen aus ihrer Fassung. Die innere Schicht wies einen konzentrischen nadelförmigen Kern auf, mit deutlichen Rissen, die typisch für die Wachstumsstruktur einer natürlichen Perle sind. Dieser war von einer gelblichen, durchscheinenden Schicht mit braunen, blasenartigen Einschlüssen umgeben, wahrscheinlich Klebstoff, der zum Verbinden des inneren Kerns und der äußeren Perlmuttkuppel verwendet wurde. Die äußere Schicht der Perlen erschien glatt und wies überlappende Aragonitplättchen auf, während jede Basis deutliche Materialschichten aus dem Montageprozess zeigte.
Die Echtzeit-Röntgenmikroradiographie (RTX) ergab, dass beide Perlen ungewöhnliche innere Strukturen aufwiesen, mit abgerundeten, natürlich aussehenden Kernen und knopfförmigen äußeren Kuppeln ohne Wachstumsmerkmale. Die Kuppeln schienen aus blasenartigen Materialien zu bestehen, aber das Labor konnte nicht feststellen, ob sie natürlichen oder künstlichen Ursprungs waren. Die Bildgebung und Oberflächenuntersuchungen deuteten darauf hin, dass die Komponenten mit einem strahlendurchlässigen Klebstoff verbunden waren, und beide Edelsteine wiesen große innere Hohlräume auf, die typisch für zusammengesetzte oder künstliche Perlen sind.
Darüber hinaus führte die Röntgenfluoreszenz zu schwachen grünlichen Reaktionen auf den Oberflächen der Perlen und grünlich-gelben Reaktionen an den Basen, wobei die Kerne unempfindlich waren. Die energiedispersive Röntgenanalyse (EDX) bestätigte einen salzwasserbasierten Ursprung.
Dieses Paar Ohrringe weist eine ungewöhnliche Art von zusammengesetzten Perlen auf, bei denen natürliche Kerne das Aussehen von echtem Perlenwachstum nachahmen. Eine genaue Identifizierung erfordert gründliche Labortests, da montierte zusammengesetzte Perlen mit bloßem Auge leicht irreführend sein können.

