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Juwelier Gerwi/44137 Dortmund

Diamantbericht...Wenn ein Betrieb seit 70 Jahren besteht, bedeutet das wahrscheinlich nicht nur Tradition, sondern auch gute Arbeit. Dem bekannten Juweliergeschäft Gerwi/44137 Dortmund nutzte das schlussendlich aber nichts. Der Dortmunder Familienbetrieb ist bereits seit Mitte Juli 2024 geschlossen. Die Innenstadt verliert damit ein weiteres Geschäft auf oder in direkter Nähe zum Westenhellweg.

Am 1. August ertönt pünktlich um 12 Uhr eine Melodie am Dortmunder Glockenspielhaus. Auf den Werbetafeln fahren dabei fünf historische Figuren (u.a. Kaiser Karl IV) eine Runde um den Laden. Innerhalb des Juweliergeschäfts wird seit dem 13. Juli aber nicht mehr getanzt.

An diesem Datum öffnete Gerwi zum letzten Mal seine Verkaufsfläche. Heute zieren schwarze Wände die Schaufenster. Darauf geschrieben steht: „Wir haben geschlossen. Sollten Sie noch einen offenen Reparaturfall haben, melden Sie sich bitte telefonisch.“ Aber was steckt überhaupt hinter dem bekannten Familienbetrieb?

Wie die Ruhr Nachrichten zuerst berichteten, handelt es sich bei dem Dortmunder Geschäft um einen „Ableger des Traditionshauses Rüschenbeck“. Der Name Gerwi sei dabei eine Kombination der beiden Geschäftsführer Gerhard und Wilhelm Rüschenbeck, einem Onkel-Neffe-Duo.

Das Juwelierunternehmen sei bereits 1904 von Urgroßvater Wilhelm Rüschenkbeck senior gegründet worden. Insgesamt gäbe es 11 Filialen und 14 Boutiquen des Unternehmens. Seit Juli 2024 zählt das Geschäft an der Kampstraße/Ecke Lühringhof aber nicht mehr dazu. Damit schließt ein weiteres Dortmunder Traditionsgeschäft. Inzwischen steht auch fest, warum das so ist.

Einer der Geschäftsführer, (Neffe) Wilhelm Rüschenbeck, sprach bei den Ruhr Nachrichten über einen „dramatischen“ Rückgang der Kundenfrequenz. Der Juwelier fügte hinzu: „Die Umsätze waren nicht mehr so, dass man das Geschäft wirtschaftlich führen konnte.“

Laut Rüschenkbeck läge das an einem klassischen Problem für den Einzelhandel. „Viele Kunden kaufen online“, sagt er. Den Standort weiterzubetreiben, hätte daher keinen Sinn mehr ergeben. Die ebenfalls von Rüschenbeck betriebene Oris-Boutiqe am selben Standort schloss ebenfalls. Aber was verlieren Dortmunder eigentlich?

In dem Bericht wird Gerwi als „Juwelier für Kunden mit enger geschnürten Geldbeutel“ beschrieben. Das könnte vor allem im Vergleich zum Stammhaus Rüschenbeck am Westenhellweg 45 der Fall gewesen sein. Der Hauptsitz bleibt Dortmund aber weiterhin erhalten.

Auch so zählt die Juwelierfamilie zu den größten Schmuckhändlern Europas. Wie es mit dem Standort am Glockenspielhaus weitergeht, ist bisher unklar. Wilhelm Rüschenbeck schließt eine Vermietung der Ladenfläche aber nicht aus. Eine Rückkehr von der Gerwi-Schließung sei aber nicht vorgesehen.

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