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Nach 86 Jahren
Die letzten Waren liegen in der Auslage, starke Rabatte locken Kunden an – noch öffnen die Türen jeden Morgen. Doch bald ist Schluss damit: Nach 86 Jahren schließt der Juwelier Nußstein für immer seine Pforten. „Ich habe keine Lust mehr, keine Erben und noch ein zweites Geschäft am Gärtnerplatz“, erklärt Achim Stöckle.
1934 eröffnete der Uhrmacher Johann Nußstein das Uhren- und Schmuckgeschäft in Giesing. Stöckle ist seit 2001 Geschäftsführer des Traditionsgeschäfts, seit 2010 teilt er sich den Posten mit Matthias Lewalter.
Im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Geschäftsschließungen in München habe das Ende des Juweliers Nußstein nichts mit Corona zu tun. „Dass ich aufhöre, habe ich schon vor drei Jahren entschieden, seither wissen es auch meine Mitarbeiter“, so der gelernte Uhrmachmeister. Auch mit seinem Geschäftspartner habe es einfach nicht gepasst.
Und dennoch hatte die Pandemie Auswirkungen auf den Schließungsplan: Der Mietvertrag sei bereits Ende April ausgelaufen, die Schließung wurde jedoch zwei Mal verschoben. „Dem Vermieter war das egal, er hatte durch Corona keinen Nachmieter“, so Stöckle. Der Räumungsverkauf von Schmuck, Uhren und Trauringen hat dann erst im Juni begonnen. „Wir haben das ohne Printwerbung gemacht und nur unsere Kunden angeschrieben“, erzählt er. Wie das während der Pandemie lief? „Hervorragend“, freut sich Stöckle. „Alle sind brav gekommen, auch ältere Kunden, die schon lange nicht mehr da waren.

