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Lehrling des Jahres

Diamantbericht...„Sina Schnabel(26) wurde als Jahrgangsbeste von der Kreishandwerkerschaft Köln als „Lehrling des Jahres“ ausgezeichnet. Dass ihr Handwerk aussterben könnte, glaubt sie nicht. Genauso wenig wie Ingo Telkmann, Obermeister der Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-Innung Köln: Schmuck sei ein ganz besonderes Produkt, getragen, gepflegt, angepasst, über Generationen weitergegeben und so am Leben erhalten, sagt er. Seit März dieses Jahres ist das Handwerk sogar eingetragenes Unesco-Kulturerbe. 

Der aktuell hohe Goldpreis macht sich trotzdem in den Aufträgen bemerkbar, berichtet Schnabel. Nachgefragt werden vor allem minimalistische Designs: „Keine fetten, breiten Ringe oder Ketten, sondern schmaler und dünner“, sagt sie. Auch gradlinige Formen seien in Mode. Werde doch mal eine florale Optik bestellt, freue sie sich besonders. Eine ihrer Lieblingsarbeiten war eine opulente, silberne Halskette, bestehend aus vier Orchideen, die sich umeinander winden und ein zierliches Aderngeflecht zeigen. Daran ist eine kleine Perle befestigt. Bei ihrem Gesellenstück, einem goldenen Dreieck mit einem Zylinder als Verschluss, ließ sie sich von einer Figur aus der Zeichentrickserie „Gravity Falls“ inspirieren.

Die Goldschmiede Drösser/51373 Leverkusen, die sie ausgebildet hat, sei eine verhältnismäßig große Schmiede mit vier Meister. Auch moderne Technik wie 3D-Druck und Lasergravuren gebe es dort.  

„Wir benötigen mehr Ausbildungswerkstätten. Allerdings ist das aufgrund der Betriebsgröße und Ausrichtung nicht immer möglich“, sagt Obermeister Telkmann. Ein Nachwuchsproblem gebe es im Goldschmiede-Handwerk in Nordrhein-Westfalen hingegen nicht. „Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen ist groß“, sagt Telkmann. Auch dank Weiterbildungsmöglichkeiten zum Meister, Betriebswirt oder Gestalter im Handwerk oder einem Studium im Bereich Schmuck- oder Produktdesign.

Trotz großer Nachfrage gehört Sina Schnabel zum letzten Jahrgang, der an der Berufsschule in Köln ausgebildet wurde. Der Nachwuchs muss nun zur Lehre nach Essen. 25 Auszubildende zählt die Eingangsklasse dort. Einen weiteren Standort gibt es in Münster. Die Gesellin will jetzt erst einmal weiter Erfahrungen sammeln. Einen Tag in der Woche arbeitet sie weiterhin bei den Drössers, die restlichen Tage bei der Goldschmiede Brune/Bensberg. Im Moment übt sie sich im Gravieren: ein wenige Millimeter großes Otterpärchen soll die Innenseiten zweier Eheringe zieren.

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