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Goldschmiede Link/Geldern feiert 30-jähriges Bestehen

Diamantbericht...In der Glockengasse startete Martin Link 1995. Seit 2009 sind Werkstatt und Geschäft am Markt ansässig. Warum das Ehepaar Link, Juwelier Link/47608 Geldern, den Standort Geldern schätzt und von der Zukunft des Handwerks überzeugt ist.

Der junge Mann wusste, was er wollte. Mit nur 26 Jahren wagte Martin Link den Sprung in die Selbstständigkeit. Der junge Goldschmiedemeister eröffnete in seiner Heimatstadt Geldern in der Glockengasse sein Geschäft – zunächst als Einzelkämpfer. Bald bewarb sich eine junge Gesellin, die bald viel mehr sein sollte, nämlich seine Frau Alexandra. Obwohl beide im gleichen Viertel aufgewachsen sind, kannten sie sich zuvor nicht. Gemeinsam führen sie nun mit ihrem Team das Geschäft, das mittlerweile am Markt zu finden ist, und konnten nun mit Pudel Easy, Kollegen, Familie, Freunden und Kunden das 30-jährige Bestehen feiern.

Als 17-Jähriger hatte Martin Link seine Lehre begonnen – in Düsseldorf bei Gisela Nünninghoff, einer künstlerisch sehr ambitionierten Goldschmiedemeisterin. „Das war eine tolle Ausbildung. Ich habe sehr viel über Form und Gestaltung gelernt.“ Kaufmännisches Wissen und neue handwerkliche Fähigkeiten, etwa das Fassen von Steinen, holte er sich dann als Geselle in Moers-Meerbeck bei Goldschmied Heinz Ridder. Zudem besuchte er in Essen abends die Meisterschule. Und ihm war klar, dass er sich auf eigene Füße stellen wollte. „Ich wollte frei sein, viel Kontakt mit Menschen haben und mich kreativ entwickeln.“ Alexandra Link absolvierte ihre Lehre in Kleve bei Bodo Schmitt.

Als Glücksfall sieht das Ehepaar Link, dass ihnen 2009 das Haus am Markt angeboten wurde. „Die Glockengasse wandelte sich damals sehr, und es wäre dort schwierig für uns geworden“, blicken sie zurück. Trotzdem bereicherten sie Geldern und die Glockengasse mit einer neuen Idee: Im rückwärtigen Bereich des neuen Standorts richteten sie die Kochschule „Kochen mit Links“ ein. „Das war eine schöne Zeit, aber auch super anstrengend“, erinnern sie sich. Da es auch mit Pächtern nicht dauerhaft funktionierte, freuten sie sich später über das Angebot der Stadt, dort ein Co-Working-Büro einzurichten.

Immer wieder bereicherten sie das Angebot in Geldern mit besonderen Aktionen. So boten sie mit Antonello Incardona eine „Pizza mit Tahiti-Ring“ an, stellten gemeinsam mit Optik Sommer die „LinkMitSommerNacht“ auf die Beine, erinnerten mit einer Ausstellung an die Zeiten der Coca-Cola-Abfüllung mitten in Geldern. Die Belegschaft eines Steuerbüros schmiedet bei der Weihnachtsfeier eigene Ringe. Viel Freude bereitete ihnen auch das von Konditor Michael Röger ins Leben gerufene Kinetik-Festival mit beweglichen Schmuckstücken. Und mehrfach gewannen sie beim Wettbewerb Gelderner Schaufenster.

Auf Initiative von Martin Link gab es auch schon gemeinsame Werbeaktionen der Gelderner Juweliere und Goldschmiede. „Es ist doch wunderbar, dass wir in der Stadt ein so großes und qualitativ anspruchsvolles Angebot haben. Das findet man am Niederrhein sonst kaum – und das ist ein großer Vorteil für uns alle“, so Martin Link.

Aktuelle Veränderungen wie die Auswirkungen des hohen Goldpreises oder zunehmende Internetkäufe gehen auch an Link nicht vorbei. Martin und Alexandra Link sind aber von der Zukunft der Branche und ihres Handwerks überzeugt. „Trauringe sind heute für uns ein wichtiger Faktor. Dem folgen vielleicht später passende Schmuckstücke, etwa zur Geburt der Kinder. Es gibt weiterhin Kunden, die individuelle Lösungen zu schätzen wissen.“

Deshalb bilden beide auch weiterhin gern aus. Martin Link engagiert sich zudem auf verschiedenen Ebenen für sein Handwerk, etwa als Obermeister. Lange war er auch Lehrlingswart der Innung, heute hilft er noch gern bei Problemen in der Ausbildung. Und er wünscht sich für sein Handwerk eine Rückkehr der Meisterpflicht. „Das sieht derzeit ganz gut aus“, blickt er zuversichtlich auf Pläne der Bundesregierung.

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