„Die deutsche Hilfsbereitschaft ist unbegreiflich“, hatte Tatjana Fedorenko nach der Friedensdemo in Kevelaer auf dem Kapellenplatz mit Tränen in den Augen gesagt. Für Menschen aus der Ukraine sei es unglaublich, diese Solidarität so hautnah zu spüren.
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Juwelier Hammans spendet Tagesgewinn
Keine Frage: Die Welle dieser Hilfsbereitschaft hat auch die Marienstadt erfasst, es gibt verschiedene Aktionen und Initiativen. Eine besonders bemerkenswerte haben Esther und Bernward Simon gestartet. Sie sind Inhaber des Geschäfts Hammans/47623 Kevelaer für Uhren, Schmuck und Optik in der Hauptstraße. Am Samstag, 12. März, wollen sie den gesamten Gewinn des Tages für die Ukraine spenden.
„Mein Mann und ich wollten den Menschen in der Ukraine unbedingt helfen. Wir wollten ohnehin spenden und haben überlegt, womit wir das verbinden könnten“, erläutert Esther Simons. So kam das Ehepaar auf die ungewöhnliche Idee, die kompletten Einkünfte eines Tages zu spenden. „Wir werden an dem Samstag auf jeglichen Gewinn verzichten und nur den Warenwert abziehen“, sagt sie. Der Samstag sei traditionell ein umsatzträchtiger Tag, weil viele Kunden dann auch kommen, um sich ihre Trauringe auszusuchen.
Das ganze Team sei von der Aktion begeistert, stehe voll dahinter und freue sich jetzt auf den Samstag. Auch bei der Bevölkerung kommt die Initiative offenbar bereits gut an, auf die mit blau-gelben Plakaten hingewiesen wird. „Eine Dame kam hier beispielsweise ganz spontan herein, hat gesagt: Das finde ich toll, hier habt ihr schon mal Geld von mir“, berichtet Ester Simon.
Auch von vielen anderen Seiten habe es bereits Unterstützung gegeben. „Diese positive Resonanz tut richtig gut“, freut sich die Geschäftsfrau. Sie sieht es einfach als ihre Verpflichtung an, etwas für die Menschen in der Ukraine zu tun. Sie wolle auch ihren Beitrag leisten, so gut das möglich ist.
Mit der Aktion wolle man auch ein Zeichen setzen. Wichtig sei ein Schulterschluss für den Frieden. Den habe sie auch bei der Friedensdemo gespürt. Das Ehepaar hatte auch an der Veranstaltung teilgenommen, bei der die und 700 Menschen durch die Hauptstraße zur Basilika und damit auch an ihrem Geschäft vorbeigezogen waren.
Andere Geschäftsleute hat das Ehepaar erst einmal nicht angesprochen. „Denn wir wollten schnell helfen und etwas auf die Beine stellen, aber uns würde es natürlich sehr freuen, wenn auch andere unserem Beispiel folgen.“
Bei der Spende ist es Esther und Bernward Simon wichtig, dass sie auch sicher sind, dass das Geld ankommt. Daher ist das Ehepaar im Gespräch mit der Aktion pro Humanität (APH). Die Hilfsorganisation aus Kevelaer hat, wie berichtet, über Bischof Stefan Zekorn Kontakt zu einem Priester in der Ukraine. Über diesen Weg soll direkte Nothilfe in einem Krankenhaus geleistet werden. „Hier wissen wir, dass das Geld auch da ankommt, wo es gebraucht wird.“
Das Ehepaar will die Summe am Ende noch aufrunden und veröffentlichen, wie viel Geld am 12. März zusammengekommen ist.

