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Meisterliches trotz Corona: Goldschmiedeschule stellt in den „Schmuckwelten“ aus
Diamantbericht...Faszinierender Halsschmuck mit wechselbaren Elementen, eine skulpturale Spieluhr, eine kinetische Brosche, ein zum plakativen Anhänger umbaubarer Kugelschreiber, ein Ring, der auch als Ohrschmuck getragen werden kann, und ein – im wörtlichen Sinne – ausgezeichneter Lippenstift: Diese Objekte stehen im Mittelpunkt der Ausstellung der einjährigen Meisterschule für Goldschmiede. Es ist die 39. Auflage, die bis 21. November in der Galerie für Schmuck, Kunst und Design im ersten Stock der „Schmuckwelten“ am Leopoldplatz zu sehen ist – und auch im Corona-Jahr gezeigt werden darf, schließlich sind es Räume des Einzelhandels.
Stephan Scholl, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw, ist fasziniert von Material und technologischem Know-how, das hinter den Stücken steckt. Für ihn ist die Ausstellung stets ein Höhepunkt, „da das Handwerk und Können an eine lange Tradition erinnert und gleichzeitig den Blick auf neue Designtrends lenkt“. Fürs kommende Jahr stellt Scholl in Aussicht, die 40. Präsentation der Meisterarbeiten im bis dahin fertiggestellten TurmQuartier der Sparkasse zeigen zu können.
Drei Wochen lang hatten die Jungmeister Clara Löwe, Manuel Meyer, Elisa Rademacher, Steffi Stahl, Ortwin Thyssen und Josefa Wurlitzer jeden Tag acht Stunden Zeit fürs Gestalten ihrer Stücke.
Lange für sich alleine um Lösungen gekämpft hat beispielsweise Ortwin Thyssen mit seiner Brosche, die auch als Anhänger funktioniert und sich mit ihrer Trägerin bewegt. Ein komplexes Problem sei die störende Broschennadel gewesen, sagt er. Bis zur Idee, sie per Knopfdruck herunterklappen zu lassen, sei es ein langer Weg gewesen. Herausgekommen ist ein vielschichtiges Stück, das Geschichten von Wasser und See in der optischen Form aufnimmt.
Schlicht, edel und hochwertig: Den Ernst-Alexander-Wellendorff-Preis hat Clara Löwe gewonnen – mit einem aufwendig gestalteten Lippenstift aus Gelbgold. Er besteht aus einem Unterteil mit herausschiebbarem Lippenbalsam und einem Deckel mit integriertem Spiegel, die mit einer raffinierten Federmechanik verbunden sind. Auf der Vorderseite veredelt ein Rutilquarz das Objekt.
Flankiert wird die Schau durch Projektarbeiten der Fachschule für Gestaltung – Schmuck und Gerät: Materialmix-Collagen zum Thema Bauhaus, die die Freude am Experimentieren illustrieren.
Die Meisterstücke und Projektarbeiten sind in der Galerie für Schmuck, Kunst und Design, Westliche 56, in Pforzheim bis 21. November zu sehen: montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr.

