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Robert Balser(64) zieht sich zurück
Diamantbericht...„Auf sein 75-jähriges Jubiläum bin ich schon ein bisschen stolz“, sagt Robert Balser, der in zweiter Generation seit 35 Jahren die Geschäfte von Juwelier Balser/35390 Gießen führt. Sein Vater Reinhold Balser hatte bereits 1949 in der Stephanstraße eine Werkstatt zur Reparatur und zum Verkauf von Uhren gegründet. Der damals 22-Jährige war von seiner Geschäftsidee so sehr überzeugt, dass er den Mut hatte, auf einem Trümmergrundstück im Seltersweg ein Ladengeschäft zu bauen - wofür er vom Gießener Magistrat als damals jüngster Bauherr der Stadt ausgezeichnet wurde. Diese Urkunde befindet sich heute noch im Familienbesitz.
Als der Neubau bezugsfertig war, verlegte Reinhold Balser, der von Beginn an auf hochwertige Ware und moderne, innovative Ausstattung setzte, seinen Betrieb von der Stephanstraße in den Seltersweg. Dort teilte er sich die Fläche zunächst aus Kostengründen mit dem Papierwarengeschäft Lüdeking. Sein Bruder Wolfgang arbeitete als Angestellter mit. Im Jahr 1959 trat Erika Balser, die Ehefrau des Inhabers, in die Firma ein und erweiterte das Schmucksortiment mit weiblichem Gespür und Verstand nach dem Grundsatz “Lieber Klasse statt Masse“. Anfang der 60er Jahre übernahm die Familie Balser die Räume des Papierwarengeschäftes und baute das Geschäft aus. 1966 erhielt man die begehrte Rolex-Konzession und kann seitdem die Uhren des Luxusherstellers verkaufen.
Und wie sieht die Zukunft beim Juwelier Balser aus? Robert Balsers Tochter Nina, die ein duales Studium mit Ausbildung in einem renommierten Schmuckbetrieb absolviert hat, wollte das Geschäft zunächst eigentlich übernehmen, hat aber jetzt in Köln ihr privates und berufliches Glück gefunden. Deshalb hat Balser, der in einem halben Jahr 65 Jahre alt wird, sich nach einem anderen Nachfolger umgesehen - und auch einen Käufer gefunden, der das Geschäft am 1. Juli 2026 inhabergeführt übernehmen wird. “Den Namen des neuen Inhabers kann ich zwar noch nicht nennen, aber an der exklusiven Ausrichtung des Geschäftes wird sich nichts ändern, und auch das Personal wird komplett übernommen“, sagt Balser, der aktuell zehn Angestellte beschäftigt. Es habe übrigens mehrere Kaufinteressenten gegeben, was ihn sehr gefreut und ihm gezeigt habe, dass das Konzept zukunftsfähig sei. „Und ich persönlich habe mir gesagt: Ich möchte gehen, wenn das Geschäft gut läuft, und ich möchte frühzeitig gehen, nicht erst mit 70“, erklärt der Kollege.

