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Maskenbedarf

Stephan Nittel, Juwelier Nittel/79098 Freiburg: „Auch das Warten wird erwartet und wir erwarten nichts mehr“. Er hätte es vorgezogen, wenn der Maskenbedarf im Einzelhandel vor Wochen abgeschafft worden wäre.

„Wir haben seit acht Wochen nichts mehr über Politik gehört“, beklagt sich Nittel. Die Anzahl der verkauften Halsketten und Ohrringe ist rapide gesunken, seit die Kunden eine Maske benötigten. Diamanten und Mundschutz passen nicht zusammen.

Jetzt hat die Debatte über die Verpflichtung, eine Maske zu tragen, im Einzelhandel an Dynamik gewonnen. Harry Glawe (CDU), Wirtschaftsminister in Mecklenburg-Vorpommern, forderte die Abschaffung der verbindlichen Regelung. Er erwartet, dass das Kabinett in Schwerin am 4. August beschließt, den Maskenbedarf im Einzelhandel zu beenden.

Der Vorschlag hatte viel Gegenwind: Bundeskanzlerin Angela Merkel weigerte sich, sich zu entspannen. „Wo die Mindestentfernung im öffentlichen Leben nicht garantiert werden kann, sind Masken aus heutiger Sicht ein wichtiger und immer noch unverzichtbarer Weg“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin Staaten positionieren sich: Bayern, Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Hamburg haben sich unter anderem gegen das Ende der Verpflichtung zum Tragen einer Maske ausgesprochen.

Während die Politiker weiterhin über die Beseitigung der Maskierung diskutieren, sind die meisten Einzelhändler verhaltener als der Juwelier von Nittel. „Es ist gut für Einzelhändler, wenn die Maskenpflicht abgeschafft wird, sobald dies gesundheitspolitisch machbar und vernünftig ist“, sagt der Geschäftsführer des Deutschen Handelsverbandes (HDE), Stefan Genth. Aber die Gewerkschaft will auch nicht selbst entscheiden, sondern Politik und Medizin müssen es beurteilen.

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