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Betriebe finden keinen Nachwuchs

Diamantbericht...Rudolf Bleiholder (55), Juwelier Bleiholder/80331 München, ist Goldschmied in dritter Generation und führt gemeinsam mit seinem Bruder das Familiengeschäft. Das Geschäft besteht bereits seit 1919 und hat damit mehr als 100 Jahre überdauert.

Besonders freut sich Bleiholder darüber, dass das Interesse am Goldschmiedeberuf wieder wächst. Während sich früher nur gelegentlich Jugendliche für ein Schülerpraktikum interessierten, erhält er inzwischen fast jede Woche Bewerbungen für Ausbildungsplätze. Einen solchen Anstieg habe er zuletzt in den 1990er-Jahren erlebt.

Auch die Handwerkskammer für München und Oberbayern beobachtet ein wachsendes Interesse an handwerklichen Berufen. Neben klassischen Berufen wie Kfz-Mechatroniker, Elektroniker oder Anlagenmechaniker werden auch spezialisierte Berufe wie Goldschmied wieder beliebter. Gründe dafür sind unter anderem die guten Zukunftschancen, die Sicherheit auf einem sich verändernden Arbeitsmarkt und die Tatsache, dass viele handwerkliche Tätigkeiten nicht einfach durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden können.

Für Bleiholder ist vor allem die kreative und persönliche Seite seines Berufs entscheidend. Besonders gerne fertigt er Verlobungs- und Eheringe an. Dabei begleitet er Kunden teilweise über viele Jahre und kann individuelle Schmuckstücke gestalten. Das handwerkliche Arbeiten, die Kreativität und der direkte Kontakt zu den Kunden machen seinen Beruf für ihn besonders wertvoll.

Doch trotz des neuen Interesses gibt es ein großes Problem: Viele kleine Handwerksbetriebe können keine Auszubildenden aufnehmen, weil ihnen Platz, Zeit oder Personal fehlen. Gleichzeitig gehen viele ältere Handwerker in den Ruhestand, ohne einen Nachfolger zu finden. Dadurch droht wertvolles Wissen verloren zu gehen.

Auch die Zahlen aus Bayern zeigen diese Entwicklung. Während die Zahl der Auszubildenden beispielsweise bei Elektronikern und Anlagenmechanikern gestiegen ist, gingen die Zahlen bei Bäckern, Metzgern und Friseuren deutlich zurück. Bei den Goldschmieden sank die Zahl der Auszubildenden von 143 im Jahr 2005 auf nur noch 90 im Jahr 2025.

Insgesamt verringerte sich die Zahl der Auszubildenden im bayerischen Handwerk in diesen 20 Jahren von rund 88.400 auf 64.200. Ein Grund dafür ist, dass heute mehr junge Menschen das Gymnasium besuchen und anschließend studieren.

Bleiholder selbst blickt trotzdem optimistisch in die Zukunft. Eine seiner vier Töchter ist bereits Goldschmiedin und soll die Familientradition weiterführen. Für viele andere Betriebe bleibt die Suche nach geeignetem Nachwuchs jedoch eine große Herausforderung.

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