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Fake-Bewertungen
"Unsere Sorge ist, dass Millionen von Onlinekäufern in die Irre geführt werden können durch Fake-Bewertungen und daraufhin Geld ausgeben", schrieb Andrea Coscelli, der Chef der Competition and Markets Authority (CMA). "Und es ist gleichfalls nicht fair, wenn manche Unternehmen eine Fünf-Sterne Bewertung fälschen können, um ihren Produkten und Dienstleistungen die größte Prominenz zu verschaffen, während gesetzestreue Geschäfte den Kürzeren ziehen." Die Wettbewerbsbehörde will nun herausfinden, ob Amazon und Google die Gesetze zum Schutz von Kunden gebrochen haben. Falls sie nicht genug gegen gefälschte Produktbewertungen einschreiten, werde die CMA tätig werden. Vor gut einem Jahr hatte sie mehrere Plattformen hinsichtlich der Frage geprüft, welche internen Systeme und Prozesse sie haben, um "Fake-Bewertungen" zu erkennen. Zum verdächtigen Verhalten zählt, wenn mehrere sonst unverbundene Produkte und Firmen parallel bewertet werden und Nutzer wahrscheinlich für Bewertungen bezahlt werden, erklärte die CMA. Amazon teilte mit, der Konzern stecke "erhebliche Ressourcen" in die Verhinderung von gefälschten oder bezahlten Bewertungen, um das Vertrauen der Kunden zu erhalten. Vergangenes Jahr hatte eine CMA-Untersuchung zum Geschäft mit Fake-Bewertungen dazu geführt, dass Facebook, lnstagram und Ebay einzelne missbräuchliche Nutzer oder ganze Gruppen sperrten. Facebook hat zugesagt, Nutzer zu löschen, wenn sie wiederholt Profile erstellen, um falsche oder irreführende Bewertungen abzugeben. In Deutschland hatte das Bundeskartellamt im vergangenen Herbst einen mehr als hundertseitigen Untersuchungsbericht zum Thema Nutzerbewertungen vorgelegt und dafür mehr als 60 große Internetportale und weitere Marktteilnehmer befragt. Manipulierte Nutzerbewertungen beim Onlinekauf sind demnach ein verbreitetes Phänomen. "Für die Verbraucherinnen und Verbraucher ist es sehr schwer, echte von unechten Bewertungen zu unterscheiden", sagte Kartellamtschef Andreas Mundt bei der Präsentation. Verbraucher sollten auf mögliche Hinweise wie übertriebene Sprache und wiederkehrende Muster achten und möglichst viele verschiedene Bewertungen lesen. Dem Amt fehlen nach eigenen Angaben die Durchsetzungsbefugnisse zum Eingreifen.

