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Erlebniswelt
Diamantbericht...Prada baut seine historische Adresse in der Mailänder Galleria Vittorio Emanuele II zu einer umfassenden Luxusdestination aus. Auf rund 5.000 Quadratmetern und acht Ebenen verbindet die Marke Retail mit Gastronomie, Kunst, privaten Salons und Hospitality. Neben den Verkaufsflächen entstehen unter anderem Bereiche der Pasticceria Marchesi 1824, Ausstellungsräume, private Kundenbereiche und ein Apartment für Veranstaltungen.
Damit entwickelt Prada das klassische Flagship-Konzept weiter: Der Store soll nicht mehr nur Ort des Verkaufs sein, sondern Raum für Markenerlebnis, Beratung und langfristige Kundenbeziehungen. Diese Entwicklung ist auch für den Schmuck- und Uhrenfachhandel relevant. Denn je einfacher Produkte online recherchiert und Preise verglichen werden können, desto wichtiger wird der Mehrwert des stationären Geschäfts: persönliche Beratung, Vertrauen, Service und individuelle Erlebnisse.
Das Prinzip lässt sich auch auf kleinere Juweliere übertragen. Trauringberatungen, persönliche Termine, Schmuck- und Uhrenpräsentationen, Serviceleistungen, Bewertungen oder Kundenevents schaffen zusätzliche Anlässe für den Besuch und stärken die Bindung zum Geschäft. Gerade inhabergeführte Fachhändler können dabei ihre traditionelle Stärke nutzen: persönliche Nähe und die Kenntnis ihrer Kunden.
Prada setzt dieses Konzept im großen Maßstab um. Für den neuen Standort wird nach vollständiger Inbetriebnahme ein Jahresumsatz von rund 100 Millionen Euro angestrebt. Die Prada Group erzielte 2025 einen Nettoumsatz von 5,718 Milliarden Euro und investierte 535 Millionen Euro. Die zentrale Botschaft geht jedoch über Prada hinaus: Der stationäre Handel muss nicht zwangsläufig größer werden – er muss relevanter werden.
Für Juweliere bedeutet das: Nicht mehr Verkaufsfläche entscheidet über die Zukunft des Geschäfts, sondern die Zahl und Qualität der Gründe, warum Kunden persönlich vorbeikommen.

