Die gebürtige Österreicherin (1755 – 1793) und jüngste Tochter von Kaiserin Maria Theresia, die in Paris auf dem Fallbeil endete, soll den repräsentativen Schmuck für 250.000 Livres erworben haben, damals eine ungeheure Summe. Marie Antoinette war damals gerade erst zwei Jahre Königin. Der österreichische Botschafter in Paris, Graf Mercy-Argenteau, überlieferte, dass die Schmuckbesessene teils mit eigenen Edelsteinen, teils mit Geld aus der Staatskasse bezahlte. Allerdings findet sich in historischen Dokumenten vom Februar 1777 nur der Eintrag, dass Marie Antoinette 29.000 Livres Zuschuss für Armbänder erhielt.
Aus der Pressemitteilung von Christie´s geht hervor, dass die Diamanten eine abenteuerliche Geschichte haben: Demnach erhielt der mittlerweile nach Brüssel gewechselte Graf Mercy-Argenteau am 11. Januar 1791 einen persönlichen Brief von der in Haft genommenen Marie Antoinette. Sie kündigte ihm den Versand einer Holzkiste an, auf die der Diplomat bis auf Weiteres aufpassen sollte. Am 16. Oktober 1793, als in Paris der Terror des revolutionären "Wohlfahrtsausschusses" unter Leitung Maximilien de Robespierres regierte, wurde die Königin enthauptet. Im Februar des Folgejahres befahl der österreichische Kaiser Franz II., die Kiste zu öffnen und ein Inventarverzeichnis anzulegen. Unter Punkt 6 sind die beiden Armbänder erwähnt, die 1796 an die einzige Überlebende der königlichen Familie ausgehändigt worden, die älteste Tochter Marie-Thérèse-Charlotte, genannt Madame Royale (1778 – 1851).
Die Kostbarkeiten werden am 9. November in Genf als Losnummer 1 unter den Hammer kommen. Ein Gemälde, das Marie Antoinette mit den Armbändern zeigt, gibt es nicht, wohl aber eine Abbildung von 1816, auf der Madame Royale mit dem teuren Dekor zu sehen ist. Als sie starb, vermachte sie ihre Juwelen ihren drei Nichten und Neffen. In den nächsten Wochen gehen die begehrten Stücke erst mal auf "Werbetour" nach New York, Hong Kong, Shanghai und Peking, bevor sie in Genf ausgestellt werden.

