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Goldbazar/59065 Hamm
Diamantbericht...In der Nacht zu Dienstag, 19. Mai, hat sich in der Hammer Innenstadt ein spektakulärer Schmuckraub zugetragen. Insgesamt drei Täter waren mit einem möglicherweise gestohlenen Skoda rückwärts in das Juweliergeschäft Goldbazar/59065 Hamm gefahren und anschließend mit einem weiteren Fahrzeug geflüchtet. Sie lieferten sich eine wilde Verfolgungsjagd durch die Stadt – inklusive einer bizarren „Vernebelungstaktik“.
Wie Polizeisprecher Robin Verspohl am Morgen erklärte, dürfte es sich um einen gut geplanten, professionellen Raubüberfall gehandelt haben. Die Beamten erfuhren gegen 3.30 Uhr durch den Anruf eines Anwohners, dass in der Bahnhofstraße „etwas Seltsames“ vor sich ginge.
Als die Polizisten mit Einsatzfahrzeugen in die Richtung fuhren, kamen ihnen ein Audi mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit entgegen, so dass „die Kollegen sofort die Verfolgung aufnahmen“.
Lediglich rund drei Minuten brauchten die Täter für ihren Blitzeinbruch. Vier dunkel gekleidete und maskierte Täter räumten im Ladeninnern die Vitrinen aus, vermutlich wartete ein fünfter Mann draußen in dem silberfarbenen Audi, der als Fluchtauto diente. Das zweite Fahrzeug, der am Tatort zurückgelassene und als Rammbock benutzte Skoda, wurde dreimal rückwärts gegen die mit einem eisernen Rollgitter gesicherte Eingangstür gefahren. Das Gitter wurde so etwa 40 Zentimeter nach oben verbogen. Die Täter konnten unter dem Spalt hindurchkriechen und im Ladeninnern über Auslagen herfallen.
Die Täter haben offenbar reichlich Beute gemacht und hatten es gezielt auf Gold- und Brillant-Schmuck abgesehen. Mehre Glasvitrinen und -schränke wurden im Ladeninnern mit Beilen oder Hämmern zerstört und in Windeseile leergeräumt. Gleiches geschah an einer von innen mit Glas verkleideten Schaufensterfront, in der ebenfalls hochwertiger Schmuck lagerte und die von außen mit Panzerglas gesichert war. Einzelne Schmuckstücke hätten teils 3.000 Euro und mehr gekostet, sagte der Geschäftsinhaber Nureddin Malbelegi. Die Gesamtschadenssumme sei für ihn noch nicht absehbar.
Bei ihrer Flucht über die Wilhelmstraße zündeten die Täter offenbar Rauchbomben, die sie aus den Fenstern ihres Audis hielten. Die Wilhelmstraße wurde so über mehrere hundert Meter in dichten Rauch gehüllt. Die Polizei konnte den Blitzräubern deshalb nicht mehr auf den Fersen bleiben. In Herringen wurde das Fluchtauto dann wieder gesichtet. Die umliegenden Polizeibehörden samt der Autobahnpolizei waren in die Fahndung eingebunden. Letztlich entkamen die Männer dennoch.

