- Kategorie: Einbrüche
- Aufrufe: 1170
Juwelen-Diebstahl im Londoner "Diamanten-Viertel"
Bei der Aufklärung des spektakulären Juwelen-Diebstahls an Ostern im Londoner "Diamanten-Viertel" ist Scotland Yard ein Erfolg geglückt. Am 19.05.2015 wurden neun Männer im Alter zwischen 48 und 76 Jahren festgenommen, teilte die Polizei mit. Sie stünden im Verdacht, an dem millionenschweren Coup am Osterwochenende beteiligt gewesen zu sein. Über den Wert der Beute, von der bei der Razzia am Dienstag Teile sichergestellt wurden, machte Scotland Yard weiter keine Angaben. Schätzungen gehen jedoch von bis zu 80 Millionen Pfund (mehr als 100 Millionen Euro) aus. Was geschah: Es war Ostern in London. Ein ruhiges Feiertagswochenende, als bei Scotland Yard ein automatischer Alarm aus dem Diamanten-Viertel einging. "Nicht so eilig", dachten sich die Beamten. Schließlich geht in der Metropole ständig irgendwo eine gerade nicht ordentlich funktionierende Alarmanlage los. Doch diesmal war der Alarm echt: Raffinierte Juwelendiebe hatten sich mit einem clever ausgeklügelten Plan Zugang zu einem Juwelenlager verschafft und 70 Fächer mit Schmuck im mindestens zweistelligen Millionenwert mitgehen lassen. Die britischen Medien konnten ihre versteckte Sympathie mit den Einbrechern nur mühsam verbergen. Dem Beobachter drängte sich der Vergleich mit Geschichten Marke Rififi auf, wie sie zigfach in Hollywood verfilmt wurden. Der Polizei auch. "Das war ein sehr ambitionierter Einbruch, gelinde gesagt", sagte Chefermittler Craig Turner unmittelbar nach Bekanntwerden der Tat. "Es sieht aus wie bei Oceans Eleven", erzählte er. "Wir sollten aber bedenken, dass es auch Opfer gibt."
Die Detektive von Scotland Yard, schon zu Zeiten von Sherlock Holmes gern zu schusseligen Prügelknaben degradiert, wollten die Schmach nicht auf sich sitzen lassen. Nach Wochen intensiver Suche kam schließlich jetzt die Erfolgsmeldung aus dem Hauptquartier des "Yards" in Westminster: neun Männer festgenommen, ein Teil der Beute sichergestellt. 200 Polizisten hatten bei einer Razzia in und um London in einer konzertierten Aktion an zwölf Stellen gleichzeitig zugeschlagen. Bei den Verdächtigen handelt es sich offenbar um eine erfahrene alte Garde: Drei der Festgenommenen sind mit 76, 74 und 67 Jahren schon im Pensionsalter, die anderen sechs mit 43, 57, 58, 59, 50 und 48 Jahren auch keine Greenhorns mehr. Einen Großteil der Beute konnten die Einbrecher offenbar nicht zu Geld machen - die Polizei will nun alles sortieren und den Besitzern zurückgeben.

