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Das Ende einer Messe?
Diamantbericht...Die 34. Fachmesse für Edelsteine und Schmuck Intergem fand vom 28. September bis 1. Oktober statt. Seit 1985 lockte sie viele tausend Fachbesucher nach Idar-Oberstein. Die Ausstellungsmacher werben mit mehr als 5.000 Quadratmeter Standfläche, über 120 Ausstellern und mehr als 3.500 Besuchern. Doch zumindest die letzte Zahl, die veröffentlicht wurde, ist so nicht mehr haltbar. Lediglich 2.900 zahlende Besucher kamen in diesem Jahr nach Idar-Oberstein, das sind 300 weniger als im Vorjahr. Angesichts dieses drastischen Rückgangs stellt sich die Frage nach der Zukunftsfähigkeit des Messekonzeptes. Die Messe solle zukünftig nicht mehr nur für Fachbesucher, sondern auch Privatleute geöffnet werden, hieß es vielerorts. Nur so könne die Messe auch in Zukunft bestehen. Im Zeitalter des Internets könne man sich nicht mehr abschotten, sondern müsse offensiv in die Öffentlichkeit gehen. Aber was bedeutet das für eine Messe wie die Intergem, die sich doch explizit als Treffpunkt des Fachhandels und der Profis versteht? Ist eine Öffnung für Privatbesucher nicht das Ende der Messe?
Eine Art letzter, verzweifelter Akt, um jeden Preis noch einmal Leute in die Hallen zu bekommen, egal, um wen es sich dabei handelt? Albert Ruppenthal, A. Ruppenthal KG/55743 Idar-Oberstein, jedenfalls sieht diesen Vorstoß kritisch: „Dies wäre nach meiner Meinung das Ende dieser Messe, und die Facheinkäufer würden sich nicht mehr auf den beschwerlichen Weg nach Idar-Oberstein aufmachen.“ Insgesamt ist er mit den Resultaten der diesjährigen Intergem zufrieden: „Wir erzielten ein besseres Verkaufsergebnis als 2018. Wahrscheinlich waren auch viele neugierig, weil wir vom DB zum Edelsteinsteinlieferant Nr. 1 des Jahres 2018 gewählt wurden“, so seine Einschätzung. Von der Öffnung der Messe für Privatpersonen hält er schon deswegen nichts, weil er die Qualität der Fachbesucher trotz des in diesem und den vergangenen Jahren massiven Besucherrückgangs nach wie vor als sehr hoch einschätzt und hier auch ein ausreichendes Verkaufs- und Umsatzpotenzial sieht, das nicht durch die Teilnahme von fachfremden Besuchern verwässert werden sollte. „Die Intergem hatte einen Rückgang von 300 Besuchern. Trotzdem besuchten die Messe hochwertige und kauffreudige Goldschmiede und Juweliere“, so Ruppenthal. Wenn die Öffnung doch kommt, so ist sich Ruppenthal sicher, dass dies den Charakter der Intergem unwiderruflich verändern würde und sie dadurch ihren exklusiven Charme verlöre: „Die Messe würde sich dann in all die vielen Mineralienmessen einreihen, die in Deutschland stattfinden“, lautet seine wenig optimistische Prognose.
Dem bleibt wenig hinzuzufügen. Höchstens noch, dass sich diejenigen der in der Region ansässigen Branchengrößen im Edelsteinbereich an die eigene Nase fassen müssen, die der Intergem den Rücken gekehrt haben. Hier ist ein Umdenken notwendig in Richtung „Mehr Präsenz zeigen“. Es geht nicht immer nur um kurzfristige Gewinne, sondern im Fall der Intergem um die Integrität der Branche als Ganzes.

