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Juwelier-Kette „Te quiero“

Entführung eines Juweliers auf Teneriffa: Ein ungewöhnlicher Fall erregte am 28.11.2010 großes Aufsehen. Der Besitzer der Juwelier-Kette „Te quiero“ mit mehreren Filialen auf Teneriffa, Francisco Morales, wurde in Igueste bei Candelaria entführt. Die Täter sollen ein Lösegeld für seine Freilassung gefordert haben. Erst nach rund fünf Stunden gelang dem Mann die Flucht. In Strümpfen, mit blutendem Gesicht und ausgeschlagenen Zähnen tauchte er gegen 22 Uhr plötzlich in der Casas de las Cumbres im Anagagebirge auf. Seine Hände waren auf dem Rücken mit Handschellen gefesselt. Die Waldhüter, die dort ihre Operationszentrale haben, alarmierten die Polizei. Offenbar war der Geschäftsmann bereits um circa 17 Uhr überwältigt worden. In seinem eigenen Fahrzeug, einem grauen VW California, ist er verschleppt worden. Die meiste Zeit habe er in einer Wohnung verbracht, erklärte das Opfer der Polizei. Dann habe man ihn mit seinem Fahrzeug bis in die Nähe von Bajamar verschleppt. An einer Kreuzung verließen die Täter die Hauptstraße und fuhren auf eine Waldpiste, die in den Barranco Perdoma führt. Etwa einen halben Kilometer vom Club Naútico in Bajamar entfernt setzten sie sein Fahrzeug in Brand. Zwei Augenzeugen gaben später zu Protokoll, sie hätten ein große und mehrere kleinere Detonationen gehört, die sie aber nicht zuordnen konnten. Erst als sie Rauch aufsteigen sahen, alarmierten sie die Feuerwehr. Der Entführte wurde in ein anderes wartendes Auto verschleppt. Wie ihm die Flucht gelang und ob er für seine Freiheit ein Lösegeld gezahlt hat, ist derzeit noch unbekannt. Auf jeden Fall entwendeten die Täter Geldbörse, Kreditkarten und Handy ihres Opfers. Völlig entkräftet erreichte er die Schutzhütte in den Bergen. Obwohl die Polizei eine sofortige Ringfahndung zwischen Anaga und den umliegenden Metropolen La Laguna und Santa Cruz einleitete, konnten die Täter nicht lokalisiert werden. Der Entführte gab an, seine Peiniger hätten einen kanarischen Akzent gehabt und sie seien bewaffnet gewesen. Seltsam erscheint auch, dass die Geschäfte des Juweliers im Laufe des letzten Jahres mehrfach Opfer von Raubüberfällen waren. Außerdem scheint die Tat gut vorbereitet gewesen zu sein, denn das Fahrzeug war offenbar durch eine kleine Bombe zerstört worden. Derzeit laufen die Ermittlungen in alle Richtungen. Sollte es Hinweise für einen Zusammenhang zwischen den Raubüberfällen und der Entführung geben, könnte das Motiv privater Natur sein oder auch auf das Konto ehemaliger Mitarbeiter gehen.

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