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Alrosa im freien Fall
Diamantbericht...Schockierende Zahlen vom russischen Diamantenriesen Alrosa! Der Umsatz ist im ersten Quartal 2024 um satte 42 % eingebrochen, der Gewinn um 29 % geschrumpft. Das gab das staatliche Unternehmen jetzt bekannt und lässt damit tief blicken in die Probleme, mit denen der Rohdiamanten-Gigant zu kämpfen hat.
Der Grund für den massiven Rückgang? Ein toxischer Mix aus der schwachen globalen Nachfrage nach Rohdiamanten und den russischen Sanktionen, die dem Kreml-Konzern weiterhin das Leben schwer machen. Statt 58,13 Milliarden Rubel (rund 622,3 Millionen Euro) Umsatz wie im Vorjahr, blieben in den ersten drei Monaten nur noch magere 33,7 Milliarden Rubel übrig. Der Nettogewinn fiel von 20,39 Milliarden Rubel auf nur noch 14,48 Milliarden Rubel (ca. 155 Millionen Euro).
Alrosa selbst gab sich bedeckt, nannte keinen konkreten Grund für den Absturz, sprach aber von „anhaltenden geopolitischen Spannungen“ und Sanktionen, die „weiterhin negative Auswirkungen“ haben. Ein klares Eingeständnis der Probleme, die der Krieg in der Ukraine mit sich bringt.
Seit Februar 2022 haben die USA und andere westliche Länder russische Diamanten mit Sanktionen belegt. Zwar finden russische Rohdiamanten weiterhin ihren Weg in bestimmte Märkte, doch Alrosa legt keine Verkaufsdaten nach Bestimmungsort mehr offen. Ein klares Zeichen, dass man hier versucht, die Spuren zu verwischen.
Im letzten Jahr sprang das russische Staatslager für Edelmetalle und Edelsteine, Gokhran, Alrosa noch zur Seite und kaufte dem Bergbauunternehmen einige Rohdiamanten ab. Ob das im ersten Quartal auch der Fall war, bleibt ein Geheimnis.
Die Sanktionen gegen russische Unternehmen sind weiterhin ein massives Problem für Alrosa. Der Zugang zu Euro- und US-Dollar-Märkten sowie zum internationalen SWIFT-System bleibt gesperrt. Zudem haben zahlreiche multinationale Konzerne ihre Aktivitäten in Russland eingestellt oder pausiert.
Es bleibt abzuwarten, wie Alrosa diesen Sturm überstehen wird. Der Diamanten-Gigant steckt tief in der Krise – und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.
