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Dubioser Goldankauf

Ein gescheiterter Versuch in Siegen hindert mutmaßlich dubiose Edelmetallhändler nicht daran, ihre Geschäfte in der Region fortzusetzen. Unter dem Titel „Bares für Wahres“ werben die Veranstalter derzeit im Nachbarkreis Olpe für den Ankauf von Gold, Schmuck, Pelzen, Uhren und Antiquitäten. Zuvor war eine vergleichbare Aktion am Oberen Schloss in Siegen im Debakel geendet. Der Gastronom Bruno Puddu hatte die Raumnutzung in seinem Restaurant kurzfristig wegen Unstimmigkeiten bei den Ansprechpartnern und der Rechnungsstellung abgesagt. Als die Akteure daraufhin versuchten, ihre Verkaufsgespräche kurzerhand auf den Parkplatz zu verlegen, schritt die Siegener Polizei ein und nahm die Personalien der Händler auf.

Von Dienstag bis Donnerstag, 3. bis 5. November, bietet die Truppe ihre Dienste nun im Olper Kolpinghaus an. Dessen Pächter Nenad Sarac zeigte sich von den Siegener Vorfällen uninformiert und erklärte, die Räume lediglich vermietet zu haben. Eine Absage plant er vorerst nicht, sondern möchte sich zunächst selbst ein Bild vom Geschehen vor Ort machen. Beworben wird die dreitägige Aktion unter anderem mit Versprechungen einer direkten Barzahlung von bis zu 167,50 Euro pro Gramm Gold. Recherchen von DB zufolge liegt dieser Betrag deutlich über dem aktuellen Börsenkurs und übersteigt den tatsächlichen Materialwert von typischem Altschmuck erheblich.

Hinter den Angeboten stehen weiterhin große Fragezeichen. Die in den Werbematerialien genannte Internetseite wurde erst wenige Tage vor der abgesagten Siegener Veranstaltung registriert, und die dort aufgeführte Adresse eines angeblichen Hauptsitzes in Köln ist schlicht nicht existent. Auch die Identität der beworbenen Experten wirft Fragen auf. Wurde für Siegen noch eine vermeintliche Fachfrau namens Sandra von Heisenberg genannt, ziert den aktuellen Flyer das Bild einer Carmen Rosenfeld. Recherchen und Bildersuchen ordnen diese Identität jedoch eher einer Fußpflegerin oder Künstlerin zu, nicht aber einer ausgewiesenen Edelmetallexpertin.

Polizeibehörden in Nordrhein-Westfalen warnen seit Längerem vor reisenden Ankäufern, die mit großflächigen Anzeigen und unrealistisch hohen Preisversprechen locken. Häufig dienen vermeintlich gesuchte Gegenstände wie Pelze nur als Türöffner, um Kunden anzulocken und an wertvolles Gold oder Schmuck zu gelangen, für das vor Ort schließlich weit geringere Summen geboten werden. Auch die Kreispolizeibehörde Olpe ist über die Vorgänge informiert. Sprecher Thorsten Scheen rät zur absoluten Vorsicht, warnt vor voreiligen Geschäftsabschlüssen und empfiehlt, bei konkreten Betrugsverdachtsfällen umgehend den Polizeinotruf 110 zu wählen.