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Strukturwandel im Schmuckhandel
Diamantbericht...Der deutsche Schmuckhandel erlebt seit Jahren einen Wandel: Immer mehr traditionelle Familienbetriebe verschwinden, während große Filialisten ihre Marktposition ausbauen. Ein Beispiel ist der Juwelier Haag in Lüneburg, der Ende 2025 nach 94 Jahren schloss. Inhaber Axel Golumbeck begründete das Aus unter anderem mit dem Rückzug großer Uhrenmarken wie Rolex, Tag Heuer, Breitling und Omega aus kleineren Standorten. Kurz darauf übernahm die Juwelierkette Christ den Standort.
Christ, Deutschlands größter Schmuckhändler, profitiert vom anhaltenden Konzentrationsprozess. Während die Zahl der Juweliere zwischen 2014 und 2024 von über 8.000 auf rund 6.200 sank, eröffnete das Unternehmen kontinuierlich neue Filialen und betreibt inzwischen mehr als 200 Geschäfte in Deutschland und Österreich. Gleichzeitig wächst der Branchenumsatz, sodass die verbleibenden Anbieter größere Marktanteile gewinnen.
Nach Einschätzung von Branchenvertretern laufen vor allem Luxus- und Modeschmuck gut, während das mittlere Preissegment schwächelt. Viele Geschäftsaufgaben sind nicht auf wirtschaftliche Probleme zurückzuführen, sondern auf fehlende Nachfolger. Zudem erschweren veränderte Einkaufsgewohnheiten und sinkende Kundenfrequenzen in kleineren Innenstädten den Betrieb unabhängiger Geschäfte.
Unter Christ-Chef Gunnar Binder setzt das Unternehmen verstärkt auf Eigenmarken. Seit der Übernahme durch die italienische Morellato-Gruppe im Jahr 2023 wurde deren Anteil am Sortiment auf über 70 Prozent erhöht. Dadurch konnte Christ seine Gewinnmarge deutlich steigern. Gleichzeitig wurden weniger erfolgreiche Fremdmarken reduziert und umsatzstarke Marken wie Pandora und Tissot ausgebaut.
Auch steigende Edelmetallpreise führten 2025 zu höheren Verkaufspreisen. Die Nachfrage blieb jedoch stabil. Besonders gefragt sind weiterhin Diamant-, Verlobungs- und Trauringe. Damit zeigt sich, dass Schmuck trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten für viele Kunden eng mit besonderen Lebensereignissen verbunden bleibt.
