Warum Antwerpen zittert

Diamantbericht...Bislang völlig unbehelligt von Sanktionen werden in Antwerpen 90 Prozent der Rohdiamanten aus russischen Mienen dort gehandelt.  Das könnte sich nun ändern. Die Angst im Diamantenviertel ist groß. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine habe in den Straßen des Diamantenviertels von Antwerpen Schockwellen ausgelöst, schrieb eine Zeitung. Dabei ist nichts passiert. Noch nicht, muss man einschränkend sagen. Seit einem halben Jahrtausend mindestens werden in der belgischen Hafenstadt Diamanten gekauft und verkauft. Über die Jahrhunderte hinweg ist Antwerpen zu einem der wichtigsten Handelsplätze für die Edelsteine geworden.

Heute gilt das vor allem für Steine, die aus russischen Minen stammen. Dort werden weltweit die meisten Diamanten gefördert. Und 86 Prozent der russischen Rohdiamanten finden ihren Weg nach Antwerpen, um dort umgeschlagen zu werden. Das ist ein äußerst lukratives Geschäft. Im vergangenen Jahr machten die Händler etwa 34 Milliarden Euro Umsatz. Etwa 5 Prozent der belgischen Exporte gehen auf das Diamantenbusiness zurück.

Das Geschäft lief so gut, dass der Händlerverband Antwerp World Diamond Centre (AWDC) und das russische Minenunternehmen Alrosa noch im Dezember 2021 ihr Kooperationsabkommen erneuerten. Warme Worte wurden ausgetauscht.

Doch seit die russische Armee Ende Februar in die Ukraine einmarschiert ist und die EU Sanktionen gegen Russland verhängt hat, herrscht unterirdische Stimmung an der Diamantenbörse. Händlersprecher Tom Neys warnte, dass Sanktionen in Antwerpen mehr Schaden anrichten könnten als in Russland: „Die Russen können ihre Diamanten ganz leicht in Nicht-EU-Staaten auf den Markt bringen.“ Neys meinte damit Handelsplätze in Indien oder Dubai. Wie gesagt, noch ist nichts passiert. Die EU hat zwar den Export von Luxusartikeln nach Russland verboten, die Einfuhr von Diamanten aus Russland aber nicht. Noch nicht.

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