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Eterna vor dem Aus

Bei dem 162-jährigen Uhrenhersteller Eterna AG/2540 Grenchen beginnt jetzt der Kampf ums Überleben. Noch diese Woche entscheidet das Solothurner Obergericht über den Konkurs der Firma. Lieferanten fordern von der traditionsreichen Uhrenfirma viel Geld.

Diamantbericht...Bei dem 162-jährigen Uhrenhersteller Eterna AG/2540 Grenchen beginnt jetzt der Kampf  ums Überleben. Noch diese Woche entscheidet das Solothurner Obergericht über den Konkurs der Firma. Lieferanten fordern von der traditionsreichen Uhrenfirma viel Geld. Eterna bestreitet die Vorwürfe. "Wir erwarten einen für uns positiven Entscheid", sagt CEO Jérôme Biard. Man hätte dem Obergericht überzeugend aufzeigen können, dass eine Konkurseröffnung nicht nötig war. "Unser Geschäftsbetrieb funktioniert. Wir haben ein Auftragsvolumen von 1 Million Franken."
Seit Jahren macht die Firma mit unbezahlten Rechnungen von sich reden. Für Involvierte beginnt die Misere im Jahr 2011, als der chinesische Investor China Haidian, heute Citychamp Watch & Jewellery Group (CWJ), den Uhren­hersteller von der Familie Porsche übernimmt. Insider berichten von einer komplizierten Zusammenarbeit mit den Chinesen. So hätten diese erst einmal verstehen müssen, dass hierzulande Rechnungen nach dreissig Tagen bezahlt werden müssen, sagt ein ehemaliger Mitarbeiter. Vor einigen Jahren hatte die damalige Führung der Eterna AG Uhrenfabrik ein grosses Ziel: Mithilfe eines teuren externen Produktdesigners sollte ein Jahresumsatz von stolzen 180 Millionen Franken erreicht werden. Die Sache floppte. Eterna erzielte 2017 nur knapp mehr Umsatz, als der Designer an Lohn kassierte. Rund 2 Millionen Franken.
Offenbar hat sich CWJ den Einstieg in den Schweizer Uhrenmarkt zu einfach vorgestellt. 2Die Chinesen waren geschützte Märkte gewohnt, keine Konkurrenz", sagt ein Branchenkenner. Gleichzeitig hätte CWJ zu hohe Erwartungen an Eterna gehabt. 2Die prognostizierten 180 Millionen Umsatz für 2017 waren Grössenwahn", sagt ein damaliger Mitarbeiter. Zudem hätte CWJ wichtige Entschei­dungen ohne Absprache mit dem Eterna-Management getroffen. Gleichzeitig sollen die Chinesen stur wie Panzer sein.
Hon Kwok Lung, Eigentümer und Präsident von CWJ, widerspricht. Vielmehr sei es das ­okale Management selbst gewesen, das in der Vergangenheit zu optimistische Ziele formuliert habe. "Die Eterna-Führung hat bei strategischen Überlegungen seine eigenen Kapazitäten überschätzt", sagt Hon zur Handelszeitung. Wiederholt seien Hilfszahlungen nötig gewesen, was eine engere Kontrolle nötig gemacht habe. Trotzdem gehe er für 2019 von einem guten Jahr für Eterna aus.
Doch auch externe Faktoren verschärften die Situation für Eterna. Ende 2013 beendete die Modemarke Porsche-Design die Zusammenarbeit. Deren Uhren produzierte Eterna seit 1998 durchaus erfolgreich. Neben Prestige ging mit dem Porsche-Design-Abgang auch ein beträchtlicher Teil des ohnehin schwindenden Umsatzes verloren.
Auch auf dem chinesischen Absatzmarkt tut sich der Uhrenhersteller schwer. Hons Plan, mit Eterna-Uhren den chinesischen Markt zu erschliessen, ging nicht auf. Grund: Die Vertriebskanäle von CWJ in China sind auf Uhrengeschäfte im unteren Preissegment ausgerichtet, nicht auf Eterna-Uhren im mittleren Preissegment.
Bislang bewiesen die Chinesen Geduld. 46 Millionen Franken pumpte CWJ bisher in das Unternehmen, allein um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Doch die Uhr tickt gegen Eterna. Die Zeit der grossen Geldflüsse ist vorbei. CEO Biard wird jährlich ein Budget von 2 Millionen Franken gewährt, wie das Uhren-Fachmagazin Watch Around berichtet. Zudem kursieren Gerüchte, CWJ wolle seine Eterna-Beteiligung in einen Fonds überführen. Ob es dabei um bilanztechnische Feinheiten oder um mehr geht, ist offen. CEO Biard gibt sich trotzdem kämpferisch. 2018 werde der Umsatz verdoppelt. Allerdings: Was nach Fortschritt klingt, ist in Wahrheit quersubventioniert: Etwa achtzig Mitarbeitende der Nobelmarke Corum, einer weiteren CWJ-Tochter, arbeiten derzeit für Eterna, berichtet Watch Around.

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