Richemont – Umsatz bricht ein

Die Coronavirus-Pandemie hinterlässt beim Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont tiefe Spuren. In den ersten drei Monaten 2020 brach der Konzernumsatz um 18 Prozent ein. Ladenschließungen, andere Konsumgewohnheiten und die gedämpfte Verbraucherstimmung dürften die diesjährigen Ergebnisse belasten, erklärte der Hersteller von Cartier-Schmuck und Uhren der Marken A. Lange & Söhne oder IWC. 

„Wir betrachten die Covid-19-Tragödie wie einen Tsunami, der sich mit den wirtschaftlichen Lockdowns von Osten nach Westen bewegt“, sagte Verwaltungsratspräsident Johann Rupert. 

In dem Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 schlug sich die Krise bereits in einem verhaltenen Wachstum und tieferen Margen nieder. Der Umsatz stieg noch um zwei Prozent auf 14,2 Milliarden Euro. Der Gewinn brach dagegen um zwei Drittel auf 931 Millionen Euro ein, vor allem weil im Vorjahr ein Sondergewinn angefallen war.

Kepler-Cheuvreux-Analyst Jon Cox erklärte, die kommenden Monate dürften viel schlechter ausfallen, denn in Europa und Nordamerika bleibe das öffentliche Leben eingeschränkt. Rupert zufolge ist Luxusgüterindustrie abhängig von der Kaufbereitschaft der Kunden, dem sogenannten „Wohlfühlfaktor“, und habe in den vergangenen Jahren stark von der zunehmenden internationalen Reisetätigkeit profitiert. „In den kommenden Monaten wird es Gegenwind geben“, warnte er.

Auf eine konkrete Prognose verzichtete die weltweite Nummer zwei der Branche. 

Die Produktion des Unternehmens laufe zurzeit auf 35 bis 40 Prozent ihrer Kapazität, sagte Konzernchef Jerome Lambert. Niemand könne sagen, wann sich die Wirtschaft normalisiere. „Wir könnten zwölf, 24 oder 36 Monate mit schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen vor uns haben“, so Rupert. Doch selbst wenn die Krise drei Jahre dauere, verfüge das Unternehmen über ausreichend flüssige Mittel. 

 

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