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Patek Philippe Chef gestorben

Mit Philippe Stern verliert die Schweizer Uhrenindustrie einen ihrer einflussreichsten Unternehmer. Geboren 1938, prägte er die Geschicke von Patek Philippe über Jahrzehnte maßgeblich und bewahrte die Unabhängigkeit des Familienunternehmens in den schwierigsten Zeiten. Nach Erfahrungen in New York stieg Stern in den 1970er-Jahren in die Führung ein. Mitten in der Quarzkrise übernahm er 1977 die Leitung und setzte trotz des Trends zu Quarzuhren konsequent auf die mechanische Tradition. Unter seiner Ägide wurde 1976 die legendäre *Nautilus* eingeführt. Zudem initiierte er zum 150-jährigen Jubiläum 1989 die *Calibre 89*, die damals als komplizierteste tragbare mechanische Uhr der Welt galt.
Stern trieb die strategische Vertikalisierung der Produktion voran und konzentrierte die Manufaktur am Standort Planles-Ouates. Sein Engagement für das kulturelle Erbe manifestierte sich 2001 in der Eröffnung des Patek Philippe Museums in Genf. Auch für Fortschritt blieb er offen: 2005 gründete er „Patek Philippe Advanced Research“, um neue Materialien wie Silizium zu erforschen, und 2009 etablierte er gemeinsam mit seinem Sohn Thierry das Patek Philippe Siegel für höchste Qualitätsstandards.
Im selben Jahr übergab Philippe Stern die Präsidentschaft an Thierry Stern und zog sich als Ehrenpräsident zurück. Sein Lebenswerk – die Symbiose aus Bewahrung traditioneller Handwerkskunst und technischer Innovation – hat Patek Philippe als Inbegriff der Haute Horlogerie fest verankert. Die Branche verliert mit ihm einen Visionär, der durch seinen unerschütterlichen Glauben an die mechanische Uhr den Fortbestand einer ganzen Kunstform sicherte.

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