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Ein neuer Bildband

Diamantbericht...Schon Marilyn Monroe sang: „Diamonds Are a Girl’s Best Friend“. Und auf Instagram war es lange Trend, vor allem im US-amerikanischen Raum, den Diamantverlobungsring – je größer, desto besser – mal diskret, mal weniger diskret in die Kamera zu halten. Kaum ein Schmuckstück ist in einem solchen Maße mit Symbolik aufgeladen wie der Diamant. Er steht für ultimativen Luxus, für Ewigkeit, für Liebe – zu einem anderen Menschen oder zu sich selbst. Und er polarisiert sogar: Darf er im Labor gezüchtet sein oder muss es ein Naturstein sein?

Der neue Bildband „A Diamond Is Forever. The Making of a Cultural Icon 1926–2026“, der jüngst bei Assouline erschienen ist, widmet sich nun genau dieser kulturellen Aufladung. In der Modewelt zeigt sich dieser Trend deutlich, etwa, wenn sich immer mehr Frauen bewusst für Diamanten als Ausdruck von Stil und Selbstliebe entscheiden, statt nur als klassische Verlobungs- oder Statussymbole. 

Auf 240 Seiten mit rund 180 Abbildungen zeichnet das „A Diamond Is Forever. The Making of a Cultural Icon 1926–2026“ nach, wie sich die Wahrnehmung des Diamanten über hundert Jahre hinweg gewandelt hat. Was heute als selbstverständlicher Bestandteil eines Heiratsantrags gilt, war noch in den 1930er-Jahren ein diskret gehandeltes Privileg der gesellschaftlichen Elite. Juweliere verkauften ihren Diamantschmuck im Privaten an eine ausgewählte Kundschaft. 

Den Wendepunkt markierte De Beers. Das 1888 gegründete Unternehmen – bis heute eines der weltweit führenden Diamantunternehmen – begann in den 1930er-Jahren, das Storytelling rund um den Stein grundlegend zu verändern. 

Statt eines kaum zugänglichen Luxusobjekts inszenierte man den Diamanten als Meisterwerk der Natur und des Handwerks – und als emotionales Versprechen. 1947 prägte die Texterin Frances Gerety für De Beers den Satz „A Diamond Is Forever“. Das war nicht nur ein griffiger Werbeslogan, sondern auch ein Sinnbild für ein neues gesellschaftliches Narrativ: der Diamant als Symbol für Beständigkeit und Liebe.

Der Bildband „A Diamond Is Forever. The Making of a Cultural Icon 1926–2026“ zeigt anhand historischer Anzeigen, prominenter Trägerinnen und künstlerischer Kooperationen, wie sich die Erzählungen rund um den Diamanten weiterentwickelten. Von Auftragsarbeiten für Künstler wie Pablo Picasso oder Salvador Dalí bis hin zu ikonischen Momenten mit Elizabeth Taylor oder Marilyn Monroe: Der Diamant wurde zum optischen Code für Glamour, Erfolg und Begehren.

„A Diamond Is Forever. The Making of a Cultural Icon 1926–2026“ beleuchtet auch die Mechanismen hinter dem Mythos: wie Werbung, Popkultur und gesellschaftliche Ideale einander beeinflussen. Wie sich der Diamant vom Statussymbol einer kleinen Oberschicht zu einem Bild romantischer Meilensteine entwickelte. Und wie sich in jüngerer Zeit der Diskurs erweitert hat – um Fragen nach Herkunft, Nachhaltigkeit und Verantwortung.

De Beers spielt in diesem Kontext zwei Rollen: als treibende Kraft hinter der historischen Markenkommunikation und als Quelle zahlreicher Archivmaterialien für das Buch. Viele Abbildungen stammen aus dem Unternehmensarchiv, zahlreiche Kampagnen wurden von De Beers initiiert und geprägt. Dieses Buch ist die ideale Bereicherung für die Bibliothek eines jeden Schmuck-Fans und macht sich auch als Coffee-Table-Book gut.

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