Bargeld lacht

Das bargeldlose Zahlen ist in der Krise auch in Deutschland beliebter geworden. Immer mehr Kunden wollen mit Karte oder Handy zahlen. Aber auch immer mehr Geschäfte wollen das. Viele Kollegen, die sich vor der Krise Kreditkarten noch verweigert hatten, inzwischen Visa- oder Master-Karten akzeptieren. (Amex ist wegen der höheren Gebühren ein Sonderfall.) Gleichzeitig ist nach Angaben der Bundesbank der Bargeldumlauf in Deutschland gestiegen, und zwar von Januar bis Ende April um mehr als 4%. Am Bezahlen mit Bargeld kann das nicht liegen. Denn mit Scheinen und Münzen wird ja sogar weniger bezahlt. Bleibt als Erklärung also nur, dass die Deutschen das zusätzliche Bargeld zur Wertaufbewahrung nutzen. Deshalb wurde auch am Hochpunkt der Krise im März besonders viel Bargeld abgehoben. Zwar kann man Geld auf dem Bankkonto genauso gut aufbewahren, aber dort ist es eben nur Geld, das die Bank ausgegeben hat, bei der man das Konto unterhält. Bargeld wird dagegen von der Zentralbank ausgegeben. Im Krisenfall ist es damit sicherer als das Geld auf dem Konto. Vielen Menschen ist dieser Unterschied zwar nicht bewusst, er wird aber offenbar immer mehr Leuten klar. Und das ist gut so. Bei unseren europäischen Nachbarn scheint sich diese Erkenntnis dagegen noch nicht zu verbreiten. Denn in Spanien, Italien und Frankreich gab es in der Krise keine auffällig hohen Bargeldabhebungen. Und auch in unserer Mainstream-Presse wird das Verhalten der Deutschen als „Hamstern“ von Bargeld belächelt. Aber es ist eine Art Hamstern mit Hirn.

 

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