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Kleinste Goldschmiede Österreichs geschlossen
Diamantbericht...Johann Rossmann/A-Villach hat die vermutlich kleinste Goldschmiede Österreichs auf dem Villacher Hauptplatz betrieben. Zwischen Hotel und Eisdiele arbeitete er auf 1,3 Quadratmetern. Nach 40 Jahren ging Rossmann kürzlich in den Ruhestand. 23 Jahre lang fertigte und reparierte er Schmuck, viele kamen auch gern, um ein bisschen zu plaudern.
Nach beruflichen Stationen unter anderem in Deutschland und Feldkirchen zog es ihn vor 23 Jahren nach Villach, direkt auf den Hauptplatz. Vor wenigen Tagen schloss er die kleine Schmuckwerkstatt: „Auf 1,3 Quadratmetern habe ich 23 Jahre alles gemacht. Es waren auch viele Goldschmiede da, die gesagt haben, wie machst du das? Und dann habe ich es gezeigt. Ich bin belächelt worden wegen dem kleinen Loch. Da habe ich mir immer gedacht, ich habe gelernt, es so zu machen, ich konnte hier alles machen.“
Das „kleine Loch“ ist so groß wie ein Kellerabteil oder eine Vorratskammer. Die kleinste Goldschmiede wurde bekannt und ist auch eine Art Museum: „Ein ganz guter Freund von mir war der Giorgio Sorrentino aus Trier. Ich habe eine Scheibe und zwei Holzstützen, die in der ehemaligen Oper in Triest bei der Kassa waren. Die ist abgerissen worden, von dem habe ich diese Teile bekommen. Ich freue mich jeden Tag, wenn ich sie anschaue, weil ich weiß, wie alt das ist und wie viele Leute da vielleicht hineingeschaut haben.“
In den über 40 Jahren als Goldschmied fertigte er auch viele Schmuckstücke, vor allem Ringe: „Ich habe Eheringe gemacht für ein Ehepaar, die waren am Kilimandscharo, am Elbrus und am Großglockner. Und am Großglockner hat er um die Hand angehalten. Ich habe auf die Eheringe den Elbrus, den Kilimandscharo und den Großglockner drauf gemacht.“
Die Adresse Hauptplatz 1 war aber auch für viele andere Menschen eine Anlaufstelle, auch wenn es um Erbschaften ging, so Rossmann. Viele seien mit Schmuck gekommen und hätten nicht gewusst, was sei wertvoll und was nicht. Diese Begutachtungen habe er in der Mittagspause gemacht, er habe den Menschen immer helfen wollen: „Wenn im Sommer die Tür offen ist, die ganze Zeit ist es gegangen ‚Servas, Goldi, Herr Meister, wie geht’s. Im Gastgarten vorne waren auch sehr viele prominente Leute wie der Ottfried Fischer. Manche sind auch zu mir herein gekommen.“ Sie hätten alle gestaunt, wie klein der Laden war, erzählt Rossmann.
Über die Jahre habe er viele Schmuckstücke gefertigt. Das schönste Stück war für die eigene Frau zur Hochzeit: „Da habe ich eine Orchidee gemacht, eine Orchideenblüte. Wenn man sie bei unseren Orchideen im Fenster dazwischen stellen würde, würde man nicht auf den ersten Blick sehen, dass es eine andere ist. Das war für mich Perfektion. Ein Goldschmiedemeister kann das, weil er es gelernt hat.“
Für sich selbst machte er noch ein Schmuckstück zum Abschluss. Die drei Kreuze auf dem Dobratsch habe er leicht umgeändert: „Ich habe einen Herrgott drauf gearbeitet, der aus einem einzigen Draht gemacht ist. Das trage ich jetzt gerne.“ Die kleine Werkstatt wird von jemandem übernommen, aber was hineinkomme wisse er nicht: „Vielleicht wird es wieder mit Schmuck zu tun haben, das wird schon passen, die Energie ist drin. Egal wer drin ist, der wird das spüren.“
Im Ruhestand würde er gerne einmal fischen gehen, so Rossmann, oder mit seiner Frau Urlaub machen. Einen Appell hat der Goldschmied noch, man sollte sich überlegen, ob man für Schmuck nicht doch zum Goldschmied geht, anstatt per Handy irgendwo etwas zu bestellen. So ging in Villach eine Ära zu Ende.

