Diamantbericht...Diese Auszeichnung gibt es nur einmal: Die Gold- und Silberschmiede-Innung gratulierte dem 91-jährigen Werner Fischer, Gold Fischer/59227 Ahlen schriftlich, denn vor 70 Jahren war er der jüngste Meister aller Innungen in der Bundesrepublik.

Den Goldenen Meisterbrief für 50 Jahre als Meister ist die höchste Auszeichnung, die die Innungen zu vergeben haben. Bereits vor 20 Jahren erhielt Werner Fischer den Goldenen Meisterbrief. Die Gold- und Silberschmiede-Innung hat aber ihren Ehrenobermeister nicht vergessen. Dem mittlerweile 91-Jährigen gratulierte sie jetzt schriftlich, denn vor 70 Jahren war Werner Fischer der jüngste Meister aller Innungen in der Bundesrepublik.

Werner Fischer ist für sein vielfältiges Engagement bekannt. Stets setzte sich der Jubilar in den Standesorganisationen der Gold- und Silberschmiede sowie Juweliere ein. Darüber engagierte er sich stets für die katholische Kirche und die Verständigung zwischen den Religionen. Zeichen dafür sind das Interreligiöse Museum im Goldschmiedehaus und bis vor Kurzem seine Mitarbeit bei der Woche der Brüderlichkeit.

Werner Fischer wurde am 13. August 1930 in Freiburg geboren und wuchs in Hopsten auf. Nach dem Schulbesuch machte er in Kamen eine Lehre als Uhrmacher. Es folgte eine Ausbildung zum Goldschmied in Münster, Osnabrück und Fulda. Mit 21 Jahren legte er in Kassel seine Meisterprüfung ab und machte sich in seinem Elternhaus in Hopsten selbstständig.

Schon zwei Jahre später eröffnete er an der Nordstraße in Ahlen sein Juweliergeschäft. „Die Nordstraße war gut, denn sie lag auf dem Weg zur Kirche“, erzählte Werner Fischer vor Jahren in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Im Jahr 1955 heiratete er Anna, das Paar bekam zwei Söhne. Raphael folgte seinem Vater beruflich, Sohn Maurus wurde Mediziner. Maurus Fischer hat auch die Musikalität seines Vaters geerbt.

Werner Fischer nahm 1963 ein Studium an der Staatlichen Zeichenakademie in Hanau auf mit den Schwerpunkten Kunstgeschichte, Entwurf und Gestaltung von Schmuck, Fassen von Edelsteinen. Von 1957 bis 1963 und von 1966 bis 1971 wurde er ehrenamtlicher Obermeister der Goldschmiede-Innung Münster. Während dieser Zeit schuf er Verbindungen zum Kunsthandwerk und organisierte Schmuckausstellungen.

Mit dem Ehrenring der Innung wurde Fischer für seinen vielfältigen Einsatz ausgezeichnet und zum Ehrenobermeister ernannt. 1973 war er Initiator und Mitbegründer der Fachmesse Inhorgenta. Ein Jahr später wurde er Vize-Vorsitzender des Beirats der Messe München. Später war er für fünf Jahre Vorsitzender.

Ende 1973 kam es im Rathaus zu Münster zu einer Vertragsunterzeichnung zwischen dem Botschafter Israels Eliashiv Ben-Horin und Werner Fischer in seiner Funktion als Präsident des Zentralverbands der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere. Vertragsinhalt war die berufliche Fortbildung deutscher Goldschmiede in Israel und die berufliche Fortbildung von israelischen Goldschmieden in Deutschland.

An Papst Johannes Paul II. überreichte 1980 Werner Fischer im Namen der Juweliere, Gold- und Silberschmiede den aus reinem Gold angefertigten „Eligius-Becher“ als Dankesspende und Würdigung für das vom Papst verfasste Mysterienspiel „Im Laden des Goldschmieds“.

1980 wurde Werner Fischer zum Ehrenpräsident des Berufsverbands ernannt. Am 17. Juni 1984 erfolgte durch ihn die Gründung des deutschen Komitees der Eligiusgilde, ein Zusammenschluss von Goldschmieden. Die Gilde widmet sich dem Entwurf und der Ausführung von sakralem Gerät.

Im November 1984 eröffnete Werner Fischer das Museum im Goldschmiedehaus mit Werken der sakralen Goldschmiedekunst ab dem Mittelalter und Zeitmessern ab 1585.

Bekannt wurde Werner Fischer auch durch die Gründung von „Studio 18“ in der Hellstraße. Hier befindet sich heute die Fortbildungsakademie seines Handwerks. Stets setzte er sich für die duale Ausbildung ein und war auch künstlerisch aktiv.

1979 wurde Werner Fischer mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und 1999 sogar mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Auch die Stadt Ahlen ehrte Fischer immer wieder. Heute lebt Werner Fischer mit seiner Ehefrau Anni sehr zurückgezogen.

 

Kommentieren Sie!

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.