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Baume & Mercier verkauft
Der Luxuskonzern Richemont trennt sich von der Uhrenmarke Baume & Mercier. Die Übernahme durch die italienische Damiani-Gruppe signalisiert eine fundamentale Verschiebung in der Branche
Der 22. Januar 2026 dürfte einen Wendepunkt in der Uhrenindustrie markieren. Richemont bestätigte offiziell den Verkauf der Uhrenmarke Baume & Mercier an die italienische Damiani-Gruppe. Der Deal, dessen finanzielle Konditionen nicht offengelegt wurden, soll im Sommer 2026 abgeschlossen werden und beendet die 38-jährige Konzern-Zugehörigkeit der traditionsreichen Manufaktur.
Die Entscheidung kommt nicht völlig überraschend. Baume & Mercier galt seit längerem als Verlustbringer, der laut Analysen der Investmentbank Kepler Cheuvreux etwa 100 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftete, jedoch mit Verlust operierte. Warum? Im hart umkämpften Segment der moderat bepreisten Luxusuhren (ab 2.000 Euro) fehlte Richemont schlicht die industrielle Größenordnung, um gegen die übermächtige Swatch Group und deren Marken wie Longines, Tissot oder Omega profitabel zu bestehen.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während die schmucken Stars des Richemont-Portfolios wie Cartier im ersten Halbjahr 2025/26 eine operative Marge von 32,8 Prozent erzielten, kam die Sparte „Specialist Watchmakers“ auf magere 3,2 Prozent. Im Gesamtjahr 2024/25 erwirtschafteten die Schmuckmarken (neben Cartier u. a. Van Cleef & Arpels) allein 15,3 Mrd. Euro Umsatz – ein Plus von acht Prozent –, während die Uhrensparte um 13 Prozent schrumpfte.
Richemont konzentriert sich künftig auf das Segment der „Hard Luxury“ mit dementsprechend hohen Margen. Cartier, das mit Abstand wichtigste Haus im Konzern, bleibt die Cash Cow und trägt rund 70 Prozent des Konzernumsatzes bei. Baume & Mercier passte schlicht nicht mehr in diese Hochmargen-Strategie.
