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Brinckmann & Lange verkauft

Die Christ Group veräußert die beiden Standorte ihrer Luxus-Tochter Brinckmann & Lange in Leipzig und Braunschweig an die Hungeling Luxury GmbH. Der Käufer ist ein renommierter Branchenkenner: Das in Nordhorn ansässige Unternehmen wird von Johannes Ewald und Christoph Hungeling geführt und betreibt bereits erfolgreich Standorte in Städten wie Wolfsburg, Herford und Moers. Interessant ist dabei die personelle Abgrenzung zur Geschichte der Marke. Dr. Stephan Hungeling, der als langjähriger Christ-Chef zwischen 2017 und 2024 die Wiederbelebung von Brinckmann & Lange und die gesamte Premiumstrategie federführend vorangetrieben hatte, ist an der Übernahme durch das Familienunternehmen nicht beteiligt. Er hat die Branche verlassen und fungiert seit 2025 als Chief Transformation Officer und Geschäftsführer der Steigenberger Hotel GmbH.

Für Christ markiert dieser Verkauf den Abschluss einer strategischen Neubewertung. Unter der Leitung des aktuellen CEOs Dr. Gunnar Binder konzentriert sich das Unternehmen künftig wieder stärker auf seine Kernmarke Christ und das Wachstum durch Eigen- und Lizenzmarken in den über 210 Stores in Deutschland und Österreich. Binder räumte in diesem Zusammenhang offen ein, dass der Fokus von Christ nicht mehr die optimale Passung zum Markenauftritt von Brinckmann & Lange aufweist, wo exklusive Luxusmarken eine deutlich zentralere Rolle spielen als im klassischen Christ-Sortiment. Die Entscheidung, die Standorte an Hungeling zu übergeben, wird daher als logischer Schritt gesehen, um die Standorte unter einer Führung weiterzuentwickeln, deren Expertise genau in diesem High-End-Bereich liegt.

Die Marke Brinckmann & Lange, deren Wurzeln bis ins Jahr 1874 nach Bremen zurückreichen, wird an den Standorten in Leipzig und Braunschweig unverändert fortgeführt. Damit bleibt das Erbe der Traditionsmarke erhalten, während sich das operative Umfeld wandelt. Während die Hungeling Luxury GmbH ihre Präsenz im Luxusmarkt durch die Akquisition stärkt, nutzt Christ den Befreiungsschlag, um das Einkaufserlebnis der eigenen Marke in der Breite zu schärfen. Es ist eine klassische Konsolidierung, bei der beide Akteure darauf setzen, dass eine klarere Spezialisierung – hier die Rückbesinnung auf das Kernpublikum, dort die konsequente Nische im Luxussegment – den nachhaltigen Erfolg im Wettbewerb sichert.

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