Galeria-Skandal

Diamantbericht...Deutschlands größte Warenhauskette Karstadt/Kaufhof möchte es noch mal wissen: Mit neuem Namen „Galeria“ und drei verschiedenen Ladenkonzepten sollen die Kunden wieder in die Geschäfte finden. Dafür will Galeria die Unterschiede der verschiedenen Filialstandorte stärker berücksichtigen. Das ist clever, schließlich unterscheidet sich eine Großstadt wie Frankfurt von einer Kleinstadt wie Kleve, in der Größe, aber auch in den Kundengruppen, die dort flanieren. Die Filiale in Frankfurt zielt auf eine höhere Einkommensschicht, Kleve auf Touristen. Wirklich neu ist die Idee aber nicht. Begriffe wie "Produkte aus der Region" oder "Wohlfühlstandort" nennen Handelsexperten seit Jahren. Einige sind wohl auch schon veraltet. Dass Galeria erst jetzt seine Filialen auf die Kundenbedürfnisse ausrichten möchte, während die Juweliere vor Ort schon lange wissen was die Kunden wollen oder was Kunden morgen kaufen werden, macht Hoffnung für den Fachhandel. Denn Kaufhof hat schon zu lange die Juweliere mit niedrigen Preisen für Diamantschmuck geärgert. Landet der Kunde am Ende bei der Galeria-Filiale statt beim Fachhandel? Mit dem neuen Konzept ist das aber nicht garantiert.

Außerdem erhält Galeria mit der Begründung pandemiebedingter Umsatzeinbußen weitere Staatshilfen von 220 Millionen Euro. Das schrieb Galeria-Chef Miguel Müllenbach in einem Mitarbeiterbrief. Das Rettungspaket soll mit Geld aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) finanziert werden. Ich sehe diesen Eingriff kritisch. Ich fürchte, dass der Umsatz auch nach der Pandemie niedrig bleibt und der Konzern Probleme bekomme, den Kredit zurückzuzahlen.

„Der Staatskredit ist aus meiner Sicht ein Skandal“, sagt Martin Fassnacht, Handelsexperte von der WHU Otto Beisheim School of Management/Düsseldorf. Bei dem wirtschaftlichen Zustand des Unternehmens sehe er nicht, wie das Warenhaus dieses Geld jemals zurückzahlen könne. Fassnacht bezweifelte zudem, dass für Galeria Karstadt Kaufhof eine positive Prognose vorliege, welche für die Inanspruchnahme von WSF-Maßnahmen nötig ist. Das ist auch die DB-Meinung.

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