Quarzuhr

Geschichte wiederholt sich nicht, aber aus der Wirtschaftsgeschichte lässt sich prima lernen - vor allem, wenn sie so spannende Wendungen bereithält wie im Fall der Uhrenindustrie. Die veränderte über Jahrhunderte ihre Technologie praktisch nicht. Vor wenigen Jahrzehnten stellten dann die elektronische Revolution und der Quarz alles auf den Kopf. Jeder bekam nun die genaueste Uhr für wenig Geld. Viele Hersteller aber blieben auf der Strecke, weil sie mit dem schnellen und radikalen Umbruch entweder nicht klarkommen konnten oder wollten. Selbst ihre Väter fraß die Revolution beinahe: Die Uhrenfabrik Junghans entwickelte vor 50 Jahren zwar die erste deutsche Quarz-Armbanduhr, geriet aber ebenfalls in Nöte, die nur dank eines starken Eigentümers nicht ins Aus führten. Heute gibt es Junghans immer noch. Eine Ironie der Geschichte: Die einst geschmähten Mechanikuhren, Junghans hatte sich in den 1970er Jahren komplett von ihnen verabschiedet, stehen längst wieder im Programm, und sie verkaufen sich gut.
Und die Moral von der Geschichte? Nichts in der Wirtschaft ist so beständig wie der Wandel. Und manchmal heilt die Zeit sogar ökonomische Wunden. Gerade in der heutigen Zeit mit ihren gravierenden Umbrüchen ist das irgendwie tröstlich.

Ihr Robert Brachfeld

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