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Diese Rolex-Uhren verschwinden 2026

Es ist ein altbekanntes Paradoxon der Uhrenwelt: Bei Rolex sind es oft nicht die glanzvollen Neuvorstellungen, die für das größte Beben sorgen, sondern die Modelle, die still und heimlich von der Bildfläche verschwinden. Das Jahr 2026 markiert in dieser Hinsicht eine Zäsur, die den Sammlermarkt nachhaltig erschüttern wird. Wenn Rolex sich von Referenzen trennt, geschieht dies selten aufgrund mangelnden Erfolgs; vielmehr scheint die Marke ihre Ikonen genau dann in den Ruhestand zu schicken, wenn deren Begehrlichkeit ihren Zenit erreicht hat. Allen voran trifft es nun zwei absolute Schwergewichte der modernen Ära: die legendäre GMT-Master II „Pepsi“ und die markante Submariner „Cookie Monster“.

Der Abschied der „Pepsi“ wiegt dabei besonders schwer. Seit den 1950er-Jahren gilt die rot-blaue Lünette als das visuelle Herzstück der GMT-Master-Linie. Mit der Referenz 126710BLRO aus Edelstahl hatte Rolex in den letzten Jahren einen regelrechten Hype befeuert, der zu jahrelangen Wartelisten und explodierenden Preisen auf dem Zweitmarkt führte. Dass nun radikal alle Varianten der „Pepsi“ – von den Edelstahlmodellen bis hin zur luxuriösen Weißgold-Ausführung – gleichzeitig eingestellt werden, ist ein ungewöhnlich scharfer Schnitt. Für die Uhrenwelt bedeutet das das Ende einer Ära und den Beginn einer Jagd auf die nun limitierten Bestände, die den Status der „Pepsi“ als ultimatives Sammlerobjekt endgültig zementieren dürfte.

Mindestens ebenso überraschend kommt das Aus für die Submariner Ref. 126619LB, besser bekannt als „Cookie Monster“. Die Kombination aus tiefschwarzem Zifferblatt, blauer Keramiklünette und einem Gehäuse aus massivem Weißgold machte sie zu einer der exklusivsten Interpretationen der klassischen Taucheruhr. Während die Gerüchteküche das Ende der „Pepsi“ bereits seit Längerem diskutierte, traf die Einstellung der „Cookie Monster“ viele Experten unvorbereitet. Es ist ein deutliches Signal dafür, dass Rolex seine Strategie bei den Edelmetall-Sportmodellen grundlegend neu ordnet und Platz für eine neue Designsprache schafft.

Doch die Konsolidierung des Portfolios geht noch tiefer. Im Windschatten der großen Namen verschwinden auch zahlreiche Nischenmodelle. Die Yacht-Master-Linie wird spürbar gestrafft, wobei vor allem die opulenten Diamant- und „Pavé“-Zifferblätter sowie spezifische Varianten in Everose-Gold aus dem Katalog gestrichen werden. Auch bei den Klassikern wie der Datejust und der Day-Date zeigt sich ein Trend zur Reduktion: Römische Ziffern, experimentelle Stein-Zifferblätter und spezielle Farben wie „Azzurro“ müssen weichen. Rolex bereitet offensichtlich den Boden für ein neues Kapitel vor, indem die Kollektionen entschlackt und auf eine klare Kernidentität fokussiert werden. Für Sammler beginnt damit eine spannende Phase, denn die Erfahrung lehrt, dass die begehrtesten Rolex von morgen oft genau jene sind, die heute nicht mehr produziert werden.

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