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Wer kauft synthetische Diamanten?

In seinem exklusiven Fachgeschäft beobachtet der Juwelier zwei Hauptgruppen, die verstärkt zu synthetischen Diamanten greifen: Kunden im Alter von 34 Jahren und jünger sowie die Altersgruppe ab 60 Jahren.

Viele Frauen über 60 wünschen sich einen großen Stein, möchten aber kurz vor dem Ruhestand keine enormen Summen mehr investieren. Der Juwelier beschreibt die typische Einstellung dieser Kundinnen so: „Ich will das, was ich will. Wir kaufen die Labor-Variante; die Kinder können sich darum streiten, wenn wir nicht mehr da sind – das ist mir egal.“ Bei Jubiläen wie dem 30. oder 50. Hochzeitstag entscheiden sich ältere Kunden immer häufiger für die günstigere Alternative aus dem Labor.

Jüngere Käufer priorisieren laut dem Juwelier eher Wohneigentum, Autos und Erlebnisse. Sie entscheiden sich für einen Labordiamanten und investieren das gesparte Geld lieber in ihre private Altersvorsorge. Ein weiterer Trend zeigt sich bei Paaren, die Verlobungsringe für eine zweite Ehe kaufen. Aufgrund der Preisschwankungen bei natürlichen Diamanten sind sie oft zögerlich, erneut eine so hohe Investition zu tätigen wie bei ihrer ersten Hochzeit.

Dennoch beobachtet der Juwelier eine langsame Rückkehr zum natürlichen Diamanten. Manche Kunden möchten sich bewusst von ihrem Umfeld abheben, in dem viele Steine tragen, die so groß sind, dass sie offensichtlich aus dem Labor stammen. In bestimmten Kreisen gebe es mittlerweile sogar eine Art „soziale Missbilligung“ gegenüber künstlich hergestellten Diamanten. Rückblickend auf die Weihnachtssaison berichtete der Juwelier von sehr guten Geschäften. Besonders die hohen Gold- und Silberpreise hätten zudem die Nachfrage nach Edelmetallen als Anlageobjekte stark angekurbelt.