Platin-Strategie

Diamantbericht...Um sich von den stark schwankenden und zeitweise drastisch gestiegenen Silberpreisen an den Rohstoffmärkten zu entkoppeln, setzt Pandora auf platinbeschichtete Alternativen. Der Begriff der Platinbeschichtung erweckt beim Verbraucher gezielt den Eindruck von Luxus und Beständigkeit, doch die Realität hinter dem Marketing sieht anders aus. Bei platinbeschichtetem Schmuck wird lediglich eine hauchdünne Schicht des Edelmetalls im Elektroplattierungsverfahren auf ein billiges Trägermaterial aufgetragen. Zwar wirbt der Konzern mit Anlaufschutz und hoher Kratzfestigkeit, verschweigt dabei aber das Grundproblem jeder Beschichtung: Sie reibt sich bei täglicher Nutzung unweigerlich ab. Wenn nach monatelangem Tragen der unedlere Kern zum Vorschein kommt, lässt sich das Schmuckstück im Gegensatz zu massivem Sterlingsilber nicht mehr einfach aufpolieren. Der Endverbraucher bezahlt weiterhin den Preis für Silber-Echtschmuck, erhält jedoch ein Produkt mit beschränkter Lebensdauer. Auch der ökologische Anspruch gerät ins Wanken. Während Pandora jahrelang mit 100 Prozent recyceltem Silber und Gold warb, führt die Einführung von beschichteten Verbundmaterialien das Recycling nach dem Tragen ad absurdum, da sich solche Schichtmaterialien nur unter extrem hohem Energieaufwand wieder trennen lassen. Indem der Konzern nun schrittweise den Kern seines Sortiments durch beschichtete Alternativen ersetzt, riskiert er das Vertrauen seiner treuesten Stammkundschaft. Sollte der Konsument realisieren, dass er für eine dünne Überzugsschicht den Gegenwert von echtem Edelmetall zahlt, könnte der Schuss nach hinten losgehen.

Ihr Robert Brachfeld
-DB-Herausgeber-

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