- Kategorie: Robert Brachfeld
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Diamanten-Problem
Diamantbericht...Es ist ein Paradoxon, das die Diamantenbranche derzeit in Atem hält: Während De Beers bei der jüngsten Sichtung in Botswana die Preise für große Rohdiamanten ab 5 Karat anhebt, zeigt die DB-Index-Kurve für geschliffene Diamanten am Ende der Wertschöpfungskette beharrlich nach unten. Diese Entwicklung ist mehr als nur eine statistische Anomalie; sie ist ein Warnsignal für die schwindenden Margen im Handel. Der Grund für den Preisanstieg beim Rohmaterial ist ein klassischer psychologischer Reflex des Marktes: Knappheit trifft auf Spekulation. Große, hochwertige Steine gelten nach wie vor als die “sicheren Häfen” innerhalb der Kategorie. Händler reißen sich um diese Ware, in der Hoffnung, dass die Seltenheit dieser Kaliber sie vor dem allgemeinen Preisverfall schützt. Doch diese Rechnung geht momentan nur bedingt auf.
Am Ende der Kette, beim Juwelier und dem Endverbraucher, herrscht eine andere Realität. Die Konkurrenz durch synthetische Diamanten (LGD) übt massiven Druck auf die Preise für geschliffene natürliche Diamanten aus, selbst in den größeren Gewichtsklassen. Zudem dämpfen die globale wirtschaftliche Unsicherheit und die veränderte Kon- sumattitüde der Generation Z die Kauflust im Luxussegment. Für den Diamantsektor bedeutet das: Die Schere klafft gefährlich weit auseinander. Wenn die Rohdiamantpreise steigen, während die Wiederverkaufswerte sinken, wird die Luft für die Schleifereien und den Zwischenhandel dünn. Wir erleben eine Margen-Kompression. Der Markt wird entscheiden, ob er dem Hype bei den Rohdiamant-Sichtungen folgt oder sich den sinkenden Endpreisen stellt.
Herzlich Ihr
Robert Brachfeld
-DB-Herausgeber-

