- Kategorie: Robert Brachfeld
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Gebührenfrust
Diamantbericht...Die Inhorgenta 2026 hat damit einmal mehr bewiesen, dass sie als internationaler Branchentreffpunkt eine Daseinsberechtigung hat, doch wer die Rückmeldungen der Aussteller liest, erkennt unter der glänzenden Oberfläche tiefe Risse. Wenn die Messeleitung nicht aufpasst, läuft sie Gefahr, genau jene Klientel zu verlieren, die den Kern der Veranstaltung ausmacht: die mittelständischen Innovatoren und das Fachpublikum. Der massivste Kritikpunkt ist die Preisgestaltung, denn wenn eine Tageskarte an der Kasse über 70 Euro kostet, ist das kein Qualitätsfilter mehr, sondern eine Barriere. In einer Zeit, in der der stationäre Handel ohnehin unter Druck steht, darf der Zugang zu Inspiration und Netzwerk nicht zum Luxusgut werden, da hohe Eintrittspreise in Kombination mit saftigen Parkgebühren genau die Juweliere und Uhrmacher abschrecken, die man für eine lebendige Messefrequenz braucht. Zudem muss die inhaltliche Gewichtung überdacht werden, da während repräsentative Hallen glänzen, die Designhalle – oft die Keimzelle für Trends – als zu klein und ideenarm kritisiert wird. Die Messe muss wieder mehr „Entdecker- Geist“ fördern, statt sich in administrativen Hürden bei der Standbuchung oder starren, überlangen Öffnungszeiten zu verlieren. Auch der Fokus auf glitzernde Awards scheint am Bedarf vieler Aussteller vorbeizugehen. Die Inhorgenta wird nur dann besser, wenn sie sich als Partner des Handels versteht, nicht nur als Flächenvermieter, was bezahlbare Tickets, eine Stärkung der Innovationsflächen und eine Logistik bedeutet, die den Ausstellern das Leben erleichtert, statt sie durch schlechte Klimatisierung oder Buchungsärger zu frustrieren.
Herzlich Ihr,
Robert Brachfeld
-DB-Herausgeber-

